Finanzen: Gibt es Unterstützung im Falle einer finanziellen Durststrecke?

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 Achtung: Warnung vor Betrügern  
Cyber-Kriminelle versuchen, Daten von durch die Corona-Krise in Not geratenen Personen und Unternehmen zu stehlen. Betrüger versprechen beschleunigte Auszahlverfahren. Die Handwerkskammer ruft zu erhöhter Wachsamkeit auf.
Weitere Informationen

ACHTUNG - Phishing 
Aktuell sind Fake-E-Mails im Umlauf. Die E-Mails suggerieren, dass es sich um Informationen der NBank handelt. In der Anlage der E-Mail befinden sich zwei PDFs, eine „Rechtsbelehrung_Zuschussempfänger“ und eine „Bescheinigung_Finanzamt“. Bitte auf keinen Fall (!) öffnen oder antworten. Das Landeskriminalamt ist eingeschaltet.



Soforthilfen

  Bitte beachten Sie - Wenn Sie bislang keine Soforthilfen oder Informationen über den Bearbeitungsstand von der NBank bekommen haben: die Originalmail incl. aller Anhänge mit dem Betreff "!!! Erneute Übersendung" an beratung@nbank.de weiterleiten.



Niedersachsen und der Bund stelllen finanzielle Soforthilfe in Form von Zuschüssen für kleine und mittlere Unternehmen bereit, deren Liquidität durch die Corona-Pandemie gefährdet ist. Die Hilfen werden über die landeseigene Förderbank NBank abgewickelt werden. Seit dem ab dem 31.03.2020 können die Förderprogramme des Landes und des Bundes bei der www.nbank.de beantragt werden.

Wer wird gefördert?

  • Kleine Unternehmen (bis 49 Beschäftigte), Soloselbstständige und Angehörige der freien Berufe.
  • Es muss ein Liquiditätsengpass in Folge der Covid-19-Pandemie vorliegen.
  • Es besteht nur die Möglichkeit einer einmaligen Antragsstellung.
  • Unternehmen, die bereits am 31.12.2019 in Schwierigkeiten waren, erhalten keine Förderung

Wie hoch ist die Förderung?

  • Bei bis zu 5 Beschäftigten: 9.000 €
  • 6 bis 10 Beschäftigte:  15.000 €
  • 11 bis 30 Beschäftigte: 20.000 €
  • 31 bis 49 Beschäftigte: 25.000 €

Die Betriebsgröße wird auf Basis der Vollzeitäquivalente gerechnet. Soloselbstständige zählen als 1. Auszubildende können, müssen aber nicht mitberechnet werden.

Eine Inanspruchnahme persönlicher oder betrieblicher Rücklagen ist nicht notwendig.

Was ist zu tun, wenn schon eine Landesförderung (bis zum 31.03.2020) beantragt wurde?

Sie können nun zusätzlich einen Antrag auf die Bundesförderung stellen. Prüfen Sie, ob Sie unter den neuen Voraussetzungen antragsberechtigt sind. Zusammen mit dem bereits erhaltenen Zuschuss darf keine Überkompensation entstehen, das heißt, die Zuschüsse dürfen die zu deckenden Kosten nicht übersteigen. Die Anträge, die bis zum 31.03.2020 gestellt wurden, werden entsprechend der zu dem Zeitpunkt geltenden Förderrichtlinie bearbeitet.

Welche Informationen müssen in dem Antrag angegeben werden?

  • Betriebsinformationen
    Neben den Daten zu dem Betrieb (Adresse, Bankkennung, etc.) mpssen Sie auch zutreffende Informationen zur tätigen Branche angeben. Dazu zähnen Branchenbezeichnung, Rechtsform, Wirtschaftsbereich und der Betriebsstatus. Ebenso müssen Sie die Umsatzsteue-ID oder die SteuerID angeben. Darüber hinaus noch angaben zum Handeltsregistereintrag (sofern vorhanden) und zur Soloselbstständigkeit.
  • Förderbedarf
    Neben den Datenabfragen müssen Sie erläutern, was der konkrete Grund für die existenzgefärdende Wirtschaftslage ist. Zum Beispiel ist hier die Betriebsschließung aufgrund einer behördlichen Anordnung zu nennen. Aber auch fehlende Materiallieferungen oder Stornierung von Kudnenaufträgen können begründungen sein.
  • Betriebsgröße
    Angabe der im Betrieb beschäftigten (in Vollzeitäquivalenten). Auszubildende können mit eingerechnet werdne, Solosebstständige zählen als 1
  • Finanzierungsplan
    Für den Finanzierungsplan ist relevant, ob Sie einen Miet- bzw. Pachtnachlass von mindestens 20% haben. In diesem Fall verlängert sich der Betrachtungszeit auf 5 Monate. Andernfalls ist der Betrachtungszeitraum 3 Monate.
    Für den Betrachtungszeitraum müssen Sie je Monat die Sach- und Finanzaufwände (z.B. gewerbliche Mieten, Pachten, Leasingaufwendungen; Personalausgaben lassen sich nicht ansetzen) angeben und die Betriebseinnahmen schätzen. Aus dieser Differenz berechnet sich die Förderhöhe für den Berechnungszeitraum.
    Aktuell bestehen noch verschiedene Unklarheiten, welche Ausgaben unter Sach- und Finanzaufwände fallen, sowie die Einnahmen zu den Betriebseinnahmen zu zählen sind. Wir bemühen und aktiv um eine Klärung der Sachverhalte.
    Im Falle von falschen Angaben in dem Antrag kann es zu einer Rückforderung der Zuschüsse kommen.

Nach Aussage der NBank und des Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung ist Nebenerwerb nicht Förderfähig.

Nach den aktuellen FAQs der NBank (vom 02.04.2020, 12 Uhr) sind nur betrieblicher Sach- und Finanzaufwand wie z.B. Mieten und Pachten, Kredite für Betriebsräume und Leasingraten sowie offene Warenrechnungen anrechnungsfähig.

Lebenshaltungskosten (privater Lebensunterhalt, Wohnungsmiete, eigene Krankenversicherungsbeiträge, private Altersvorsorge) zählen nicht zu den Betriebskosten. Sollten die Lebenshaltungskosten nicht gedeckt sein, ist ergänzend die Grundsicherung nach ALGII zu beantragen.Ebenso werden Lohnkosten, Sozialversicherungsbeiträge der Beschäftigten sowie die Personalkosten nicht gefördert.

Als Betriebseinnahme wird nicht der Gewinn, sondern der Umsatz als Grundlage herangezogen.

In die Mitarbeiterzahl gehen ein:

  • Lohn- und Gehaltsempfänger sowie für das Unternehmen tätige Personen, die in einem Unterordnungsverhältnis zu diesem stehen und nach nationalem Recht Arbeitnehmern gleichgestellt sind
  • mitarbeitende Eigentümer*innen und Teilhaber*innen, die eine regelmäßige Tätigkeit in dem Unternehmen ausüben und finanzielle Vorteile aus dem Unternehmen ziehen.
  • Auszubildende können mitgezählt werden
  • Bei den Teilzeitkräften müssen auch 450-Euro-Kräfte anteilig Ihrer Arbeitszeit im Verhältnis zu einer Vollzeitstelle einberechnet werden.
  • Bestehen die Arbeitsverträge noch fort, dann können Beschäftigte im Mutterschutz und Beschäftigtenverbot hinzugerechnet werden.

Um hier eine vereinfachte Berechnung der Teilzeitkräfte und der geringfügig
Beschäftigten herbeizuführen ist nachfolgendes Umrechnungsmodell
anzuwenden:

  • Mitarbeiter bis 20 Stunden = Faktor 0,5
  • Mitarbeiter bis 30 Stunden = Faktor 0,75
  • Mitarbeiter über 30 Stunden = Faktor 1
  • Mitarbeiter auf 450 Euro-Basis = Faktor 0,3

Darüber hinaus ist bei der Berechnung der Beschäftigtenanzahlen jede Nachkommastelle aufzurunden.

Wie kann die Soforthilfe beantragt werden?

Diese Soforthilfe können Sie per Mail beantragen.

  1. Laden Sie sich den Antrag und das Formular „Kleinbeihilfen-Erklärung“ herunter und speichern Sie diese auf Ihrem PC.
    Für das Ausfüllen des Antrags benötigen Sie den Adobe Acrobat Reader DC (Download)
  2. Füllen Sie den Antrag und das Formular „Kleinbeihilfen-Erklärung“ sorgfältig elektronisch am PC aus.
  3. Senden Sie uns den Antrag, die Kleinbeihilfen-Erklärung und Kopie des Personalausweises des Antragsstellers/der Antragsstellerin an folgende E-Mail Adresse zu: antrag@soforthilfe.nbank.de
    Die NBank weist darauf hin, dass die E-Mail-Adresse antrag@soforthilfe.nbank.de ausschließlich für die Übermittlung Ihres Antrags gedacht ist. Fragen zu Förderung und Antragsstellung können unter dieser Adresse nicht beantwortet werden. Wenden Sie sich hierfür bitte an beratung@nbank.de oder an die Wirtschaftsförderung der Handwerkskammer.

    Zum Download:
    • Antragsformular Niedersachsen-Soforthilfe Corona (Download)
    • Kleinbeihilfen-Erklärung (Download)
    • Leitfaden zur Antragstellung Niedersachsen-Soforthilfe Corona mit Bundesförderung (Download)
    • Produktinformation Niedersachsen-Soforthilfe Corona (Download)
    • FAQ-Liste der NBank (Link)

Alternativ dazu können Sie den Antrag auch über das Kundenportal der NBank einreichen. Zu Hauptzeiten ist die Last auf den Servern allerdings sehr hoch und es kann zu technischen Herausforderungen kommen.

Fragen zur oder Unterstützung bei der Antragsstellung können Sie gerne stellen an:

Jennifer Borchers
Betriebswirtschaftliche Beratung

Tel. 05121 162-145
Fax 05121 703432
jennifer.borchers--at--hwk-hildesheim.de

André Burgdorf
Betriebswirtschaftliche Beratung

Tel. 05121 162-144
Fax 05121 703432
andre.burgdorf--at--hwk-hildesheim.de

Patrick Blum
Betriebswirtschaftliche Beratung

Tel. 05121 162-172
Fax 05121 703432
patrick.blum--at--hwk-hildesheim.de


Stadt Hildesheim

Neben den Bundes- und Landesmitteln bietet die Stadt Hildesheim ein Förderprogramm für Unternehmen an, die durch die Corona-Pandemie in eine existentielle bedrohende Unternehmenssituation geraten sind. In diesem Zug stellt die Stadt den Betrieben insgesamt 2 Mio. Euro zur Verfügung, um die Liquidität von Unternehmen zu sichern. Maximale Fördersumme für Unternehmen sind 40.000 Euro, andere mögliche Zuschüsse durch Landes- oder Bundesmittel müssen schon abgerufen worden sein.

 Antragsberechtigt sind in der Stadt Hildesheim ansässige Unternehmen, die

  • nachweislich durch die Corona-Krise einen im Verhältnis zum bisherigen Geschäft erheblichen, die Existenz des Betriebs bedrohenden Schaden erlitten haben,
  • eine positive Fortführungsprognose (unter Einbeziehung sämtlicher aktuell verfügbarer Hilfen einschließlich der Fondsmittel selbst) über den 31.12.2020 hinaus aufweisen und
  • insgesamt weniger als 250 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigen.

 Die Bewilligung der Zuschüsse erfolgt anhand eines Bewertungsrasters, das anhand einzelner Kriterien, die in einer Richtlinie festgelegt sind, ermittelt wird. Dabei können maximal 100 Punkte erreicht werden, mindestens 35 Punkte sind notwendig, um überhaupt einen Zuschuss zu erhalten.

 Die Antragsstellung für die erste Förderrunde ist zwischen dem 8. April (12 Uhr) und 19. April möglich. Die Auszahlung der Zuschüsse soll bis spätestens 4. Mai erfolgen. Alle Informationen zu diesem Zuschuss-Programm erhalten Sie auf der Seite der Stadt Hildesheim.



Kreditprogramm Liquiditätshilfe

Produktinformation Liquiditätskredit

Informationsseite der NBank

  • Finanzierungsanteil
    • bis zu 100 % der förderfähigen Kosten
      Darlehensbetrag: 5.000 Euro bis 50.000 Euro
    • Empfänger sind kleine Unternehmen bis 11 Mitarbeiter. Größere Unternehmen können den kfw-Schnellkredit beantragen.
    • Die Darlehenslaufzeit beträgt 10 Jahre.
    • Das Darlehen ist in den ersten zwei Jahren zinslos. Die NBank wird rechtzeitig vor Ablauf dieses Zeitraumes ein Zinsangebot für die weitere Laufzeit unterbreiten.
    • Zwei Jahre sind tilgungsfrei. Eine vorzeitige ganz oder teilweise außerplanmäßige Tilgung ist während der ersten zwei Jahre der Darlehenslaufzeit ohne Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung jederzeit möglich.
  • Sicherheiten müssen nicht erbracht werden
  • Ziel ist es, kleine und mittlere Unternehmen, die ein tragfähiges Geschäftsmodell haben und Perspektiven aufweisen, jedoch z. B. auf Grund von temporären Umsatzrückgängen im Zuge der Corona-Krise einen erhöhten Liquiditätsbedarf aufweisen, zu unterstützen.

Dieser Kredit muss über das Kundenportal der NBank beantragt werden.



Bundesförderungen

Das Bundesfinanzministerium hat Hilfspakete entwickelt, die in den kommenden Tagen beschlossen werden sollen. Das dazu gehörende Antragsverfahren und der Ablauf sind bislang noch nicht abschließend geklärt. Das Verfahren soll  vollständig elektronisch ablaufen. Alle detaillierten Informationen zu diesem Hilfsprogramm finden Sie auf der Seite des Bundesfinanzminsteriums.

Grundsicherung (Arbeitslosengeld 2)

Die Grundsicherung soll für Selbstständige leichter zugänglich werden, um Lebensunterhalt und Unterkunft auch in der Krise zu sichern. Antragstellerinnen und Antragsteller auf Grundsicherung müssen in den nächsten sechs Monaten weder Vermögensverhältnisse offenlegen noch ihr Vermögen antasten. Damit die Leistungen sehr schnell ausgezahlt werden können, werden Anträge auf Grundsicherung vorläufig bewilligt. Die Bedürftigkeitsprüfung erfolgt erst nachträglich.

Alle Details zur konkreten Antragstellung finden Sie in Kürze auf den Seiten des Bundesfinanzministeriums und voraussichtlich der Jobcenter.

Kredit

Die "Kreditanstalt für Wiederaufbau" (KfW) stellt in erheblichem Umfang Hilfskredite zur Verfügung.

Schutzfonds

Im Fokus stehen hier größere Unternehmen ab 250 Mitarbeitern, mit der Möglichkeit auch kleinere Unternehmen im Bereich kritischer Infrastrukturen und Sektoren zu berücksichtigen.

  • Liquiditätsgarantien: Garantierahmen in Höhe von 400 Mrd. €, um Liquiditätsengpässen von Unternehmen zu begegnen und ihnen dabei zu helfen, sich am Kapitalmarkt zu refinanzieren.
  • Kapitalmaßnahmen: Kreditermächtigung in Höhe von 100 Mrd € für direkte Rekapitalisierungsmaßnahmen, um die Solvenz von Unternehmen sicherzustellen (insbesondere Erwerb von Anteilen oder stillen Beteiligungen, Zeichnung von Genussrechten oder Nachranganleihen).
  • Refinanzierung: Kreditermächtigung in Höhe von 100 Mrd. € zur Refinanzierung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bei der Ausführung der ihr zugewiesenen Sonderprogramme.

Förderungen für Home-Office

Digitalbonus

Das Förderprogramm "Digitalbonus.Niedersachsen" erhält mit Wirkung zum 14.04. eine Öffnung für Investionioen in Lösungen im Bereich der Homeoffice-, Videokonferenz- und Telemedizintechnik. Hierfür könnnen sie 50% (mindestens 2.500 €, maximal 10.000 Euro) der Investitionen erhalten. Dazu können Sie die Technik umgehend mit der Antragsstellung beschaffen udn müssen nicht, wie sonst üblich, auf den entsprechenden Förderbescheid warten.

go-digital

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Handwerksbetriebe können ab sofort finanzielle Unterstützung erhalten, wenn sie kurzfristig Homeoffice-Arbeitsplätze schaffen. Erstattet werden bis zu 50 Prozent der Kosten einer unterstützenden Beratung durch ein vom BMWi autorisiertes Beratungsunternehmen. Das Förderprogramm „go-digital“ des BMWi sieht hierfür ein spezielles, schnelles und unbürokratisches Verfahren vor.Grundsätzlich erhalten Sie 50% der Kosten der unterstützenden Beratung wieder. Der maximale Berater-Tagessatz liegt bei 1.100 Euro.

Sprechen Sie am besten einen regionalen Berater für weitere Informationen an, diese finden Sie in der Beraterlandkarte des Projektes.

Weitere Fördermöglichkeiten

  • Die Bürgschaftsbanken verdoppeln den Bürgschaftshöchstbetrag auf 2,5 Millionen Euro. Sie können Bürgschaftsentscheidungen bis 250.000 Euro eigenständig und innerhalb von drei Tagen fällen.
    Niedersächsische Bürgschaftsbank: NBB-Hannover.de
  • Von dem eigentlich für Unternehmen in strukturschwachen Regionen aufgelegten Großbürgschaftsprogramm können nun auch Betriebe außerhalb solcher Regionen profitieren.