Ehrenamtsträger in Prüfungsausschüssen bekommen ab 2023 eine höhere Aufwandsentschädigung - das hat die Vollversammlung der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen beschlossen.
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Ehrenamtsträger in Prüfungsausschüssen bekommen ab 2023 eine höhere Aufwandsentschädigung - das hat die Vollversammlung der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen beschlossen.

Entscheidungen im EhrenamtVollversammlung des Handwerks

Hildesheim, 28. Juni 2022: Den Auftakt zur 124. Vollversammlung, die im Foyer der Volksbank Arena in Hildesheim stattfand, machte Verena Berten vom Institut für Betriebsführung im Handwerk (itb) aus Karlsruhe, die mit „Das ist doch Ehrensache!*“ eine Studie zum Ehrenamt im Handwerk vorstellte. Für die Erstellung der Studie hatten zuvor Handwerkerinnen und Handwerker aus dem Kammerbezirk an Befragungen teilgenommen. „Mitbestimmung, Aufbau eines Netzwerkes und Persönlichkeitsentwicklung sind nur drei Beweggründe, weshalb sich Menschen im handwerklichen Ehrenamt engagieren“, berichtete Berten. Dennoch habe das Ehrenamt im Handwerk ein Nachwuchsproblem. Der wichtigste Hinderungsgrund auf Seiten der Befragten sei der Zeitmangel. Was also tun? „Persönliche Ansprache, Durchführen von Aktionstagen, Bewusstsein für das Ehrenamt bereits in die Ausbildung integrieren und mehr Social Media einsetzen – das sind nur einige Handlungsempfehlungen, um insbesondere junge Menschen für das handwerkliche Ehrenamt zu akquirieren“, so Berten.

In ihrem gemeinsamen Bericht aus der Arbeit der Kammer griffen Präsident Delfino Roman und Hauptgeschäftsführerin Ina-Maria Heidmann ebenfalls das Thema Ehrenamt und die damit verbundene monetäre Aufwandsentschädigung auf. Ab dem 1. Januar 2023 erhalten Handwerkerinnen und Handwerker, die sich als Prüfer in Gesellenprüfungsausschüssen oder Meisterprüfungsausschüssen engagieren eine Aufwandsentschädigung von 17 Euro pro Stunde (zuvor ca. 10 Euro pro Stunde) – dafür votierte die Vollversammlung mehrheitlich. Zuvor gab es für ehrenamtliche Prüferinnen und Prüfer keine einheitliche Regelung in den Landkreisen des Kammerbezirks. „Damit entsprechen wir unserem eigenen Anspruch auf Gleichbehandlung der Entschädigung des Ehrenamtes“, so Roman. Schließlich müsse eine Entschädigung auch Lohnausfälle für die Arbeitnehmervertreter in den Prüfungsausschüssen kompensieren, die sich die Arbeitgeber erstatten lassen können.

Das höchste Gremium des Südniedersächsischen Handwerks folgte nach einer intensiven Diskussion mehrheitlich der Entscheidung des Vorstandes zur Schließung eines Bauteils des Berufsbildungszentrums am Standort Göttingen zum 31. Dezember 2023. Die Liegenschaft in der Florenz-Sartorius-Straße bietet überwiegend Kurse der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU) im Bereich Schweißtechnik an. Die Handwerkskammer reagiert mit der Schließung auf die sinkenden Lehrlingszahlen, die zu erheblichen Auslastungsproblemen geführt haben. Die betroffenen Lehrgänge sollen nun nach und nach vollständig in das Berufsbildungszentrum Hildesheim überführt werden, wo ebenfalls ein Schweißbereich verortet ist, um dort die Auslastung im Sinne der Ausbildungsbetriebe zu sichern.



Download: *Die vollständige itb-Studie „Das ist doch Ehrensache! Ehrenamt der Zukunft im ländlichen Raum.“ von Verena Berten können Sie unter www.itb.de/veroffentlichungen.html herunterladen.

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Stefan Pietsch

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