Präsident Roman und Hauptgeschäftsführerin Heidmann schauen auf ein wirtschaftlich gutes Jahr zurück. Trotz anstehender Herausforderungen, sehen beide auch für 2016 einen positiven Trend im Handwerk.
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Präsident Roman und Hauptgeschäftsführerin Heidmann schauen auf ein wirtschaftlich gutes Jahr zurück. Trotz anstehender Herausforderungen, sehen beide auch für 2016 einen positiven Trend im Handwerk.

Pressekonferenz der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen

Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen stellt im 24. Jahr der Konjunkturberichtserstattung ihre aktuellen Zahlen aus dem Handwerk vor.

Die traditionelle Pressekonferenz der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen eröffnete Präsident Delfino Roman mit einer erfreulichen Nachricht: "Das Jahr 2015 stellt konjunkturell sogar das Hoch des Vereinigungsbooms der frühen 90er Jahre in den Schatten." Demnach blicken in allen Branchen Betriebsinhaber auf eine mindestens befriedigende Geschäftslage bei einer personellen Auslastung von 89,4% zurück – Indikatoren, die das Südniedersächsische Handwerk auch mit Blick auf das Jahr 2016 positiv stimmen.

"Wo viel Licht, da gibt es auch Schatten", so Roman. "Das Arbeiten an der personellen Kapazitätsgrenze hat nicht nur Produktivitätsvorteile, sondern verursacht Kosten in Form von Lohnzuschlägen für Überstunden." Zudem könne die hohe personelle Auslastung auch schnell zu Überlastungen des Arbeitnehmers führen, was wiederum eine Erhöhung der Fehlerwahrscheinlichkeit und der damit verbundenen Kontrollkosten zur Folge hat.
Unmittelbar damit verbunden ist die bundesweit stagnierende Beschäftigung, die sich aus dem Fachkräftemangel speist. "Derzeit herrscht eine ausgeprägte Konkurrenz um qualifizierte Kräfte, von denen weiterhin viele in die Industrie gehen oder den Weg an die Hochschulen einschlagen", erläutert Hauptgeschäftsführerin Ina-Maria Heidmann. Für die Handwerksbetriebe sind daher verstärkt Investitionen in Weiterbildung sowie Erhöhungen der Entgelte notwendig, um eine weitere Abwanderung zu stoppen. Dies sei allerdings mit einer Erhöhung der Preise in Richtung des Endverbrauchers verbunden, was wiederum Schwarzarbeit begünstigen könnte.

Die sehr gut laufende Konjunktur wirkt sich allerdings negativ auf das Gründungsgeschehen und das Weiterbildungsverhalten aus. "Da die Beschäfti-gungschancen zurzeit außerordentlich gut sind, plant nur ein geringer Teil der arbeitenden Gesellen seine Meisterausbildung oder gar die Selbstständigkeit. Auch für Betriebe stellt sich weiterhin die Herausforderung ihre Mitarbeiter in entsprechenden Zeitfenstern für Fort- und Weiterbildungen freizustellen."

Die handwerkspolitischen Akteure intensivieren zunehmend ihre Anstrengungen, um den sinkenden Ausbildungszahlen und schwindenden Fachkräften entgegenzuwirken. Neben den seit Jahren erfolgreich agierenden Ausbildungsmatchern und der passgenauen Vermittlung zwischen Betrieb und Lehrling, startet die Handwerkskammer kurzfristig mit dem Projekt "Early Bird", das dazu beitragen soll, Ausbildungsabbrüche oder -wechsel in andere Wirtschaftsbereiche zu reduzieren. "Ferner werben wir weiterhin um junge Frauen, und zwar außerhalb der Klassiker 'Friseur und Gesundheitshandwerke', damit diese ein Ausbildungsverhältnis im gewerblich-technischen Beruf ergreifen", führt Roman aus.

Das Projekt Jobstarter Plus, das Studienaussteiger in eine handwerkliche Ausbildung überführen soll, gehört ebenso zum Maßnahmenkatalog der Handwerkskammer wie das neue Projekt IHAFA („Integrationsprojekt Handwerk für Flüchtlinge und Asylbewerber“). Demnach werden derzeit rund 550 Personen in den Bildungsstätten der niedersächsischen Handwerkskammern einem Kompetenztest unterzogen, an den sich ein mehrwöchiges Praktikum in einem Handwerksbetrieb anschließt.

Die Qualität der Ausbildung im Handwerk ist weiterhin hoch. Beim jährlichen Leistungswettbewerb des Handwerks konnten junge Gesellinnen und Gesellen aus dem Kammerbezirk 3mal den Bundessieger und 13mal den Landessieger stellen. 2015 konnten 2 Prozent mehr Ausbildungsverhältnisse geschlossen werden als noch 2014. Insgesamt wurden bis zum 31.12.2015 1374 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. In den Betrieben des Südniedersächsischen Handwerks befinden sich in allen drei Lehrjahren 3.400 Auszubildende.

Stefan Pietsch

Pressereferent

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