Farhad Azizi (li.) auf der Überholspur: Nach Geselle kommt Meister und Chef. Von Betriebsleiter Dirk Neumann erhält er dafür vollste Unterstützung.
HWK
Farhad Azizi (li.) auf der Überholspur: Nach Geselle kommt Meister und Chef. Von Betriebsleiter Dirk Neumann erhält er dafür vollste Unterstützung.

Positive Zwischenbilanz zum Integrationsprojekt IHAFA

109 Geflüchtete haben Handwerksausbildung erfolgreich abgeschlossen // Insgesamt 419 Geflüchtete in eine handwerkliche Ausbildung vermittelt.

Zu Beginn des Ausbildungsjahres 2020/2021 ziehen die Projektpartner eine positive Zwischenbilanz für das zweite „Integrationsprojekt Handwerkliche Ausbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber (IHAFA)“, das am 1. Februar 2019 gestartet ist. Seit dem Projektstart wurden 1.156 Geflüchtete – darunter 88 weibliche Geflüchtete – erstmals zu Berufsmöglichkeiten im Handwerk beraten und im Berufsbildungsprozess unterstützt. Die meisten Teilnehmenden kommen aus Syrien (373), Afghanistan (205) und dem Irak (127). Insgesamt gab es seit Projektbeginn im Rahmen von IHAFA 2.737 Beratungen zu Handwerksberufen für Geflüchtete.

419 Geflüchtete – davon 23 weibliche Geflüchtete – wurden erfolgreich in Handwerksausbil-dungen vermittelt und auf dem Weg dahin durch individuell angepasste Unterstützungsangebote persönlich begleitet. Außerdem haben weitere 317 Geflüchtete Betriebspraktika absolviert. Während der Berufsausbildung bzw. des Praktikums unterstützen sie die landesweit 13 IHAFA-Berater der regionalen Handwerkskammern als Mentoren. Sie leisten nach Bedarf auch praktische Hilfen zur betrieblichen Integration für die Ausbildungs- und Praktikumsbetriebe, beispielswiese in Kontakt mit Behörden und Berufsschulen oder zur Organisation von Stützunterricht.

Karl-Wilhelm Steinmann, Vorsitzender der Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen, betont: „Die geglückte Integration Geflüchteter in den Ausbildungs- und Arbeits-markt ist in besonderem Maße dem hohen Einsatz vieler Handwerksbetriebe, der Unterstützung durch Projekte wie IHAFA und nicht zuletzt der hohen Leistungsbereitschaft der Azubis selbst zu verdanken. Um den erfolgreichen Weg in der Breite fortzusetzen, müssen weiterhin die richtigen Weichen gestellt werden: Erstens müssen passgenaue Bildungsangebote, die auf die Ausbildung vorbereiten, für Menschen ohne muttersprachliche Deutschkenntnisse vorliegen und zweitens müssen fachspezifische Förderangebote während der Ausbildung zur Verfügung stehen. Nur über eine qualifizierte Ausbildung ermöglichen wir eine Integration in die Mitte unserer Gesellschaft.“

Ina-Maria Heidmann, Hauptgeschäftsführerin der koordinierenden Kammer Hildesheim-Südniedersachsen, ergänzt: „Integration erfordert Kompromisse von beiden Seiten. Trotzdem gelingt es vielen Betrieben auch dank Unterstützungsprojekten wie IHAFA die Herausforderungen zu meistern. Immer mehr Geflüchtete werden wichtige Fachkräfte in unseren Betrieben. Azubis mit Fluchthintergrund müssen auf ihrem häufig komplizierten Weg außerhalb der Betriebe weiterhin begleitet werden. Deshalb bleibt die Arbeit von IHAFA elementar wichtig.“

Seit Projektstart konnten 109 Geflüchtete ihre Handwerksausbildung mit IHAFA-Begleitung erfolgreich abschließen, davon 90 im Jahr 2020 und damit 71 mehr als im Vorjahr. Für 2021 geht das niedersächsische Handwerk von einer weiteren Steigerung aus. Am häufigsten wurden erfolgreiche Gesellenprüfungen in den Gewerken Maler- und Lackierer (15), Sanitär-Heizung-Klima (13) und Friseurwesen (12) abgenommen. Für das kommende Jahr wird eine weitere Steigerung der Abschlusszahlen erwartet.

Das Projekt IHAFA

Das „Integrationsprojekt Handwerkliche Ausbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber (IHAFA)“ wird von allen sechs Handwerkskammern in Niedersachsen umgesetzt und landesweit durch die Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen koordiniert. Das Niedersächsische Wirtschaftsministerium fördert IHAFA im laufenden Projektzeitraum (1. Februar 2019 bis 31. Dezember 2022) mit rund 3,6 Millionen Euro aus Landesmitteln. Zentrales Ziel von IHAFA ist es, handwerksinteressierten Geflüchteten mit ausbildungsbereiten Handwerksbetrieben zusammenzubringen. Hierzu umfasst IHAFA Berufsorientierung, Eignungsfeststellung, Vermittlung in Praktika und Ausbildung sowie Beratung für interessierte Handwerksunternehmen.

Weitere Informationen zur Integration von Flüchtlingen finden Sie hier und auf der Internetseite des IHAFA-Projekts.

Foto_Malte-Diercks

Malte Diercks

Projektkoordinator IHAFA

Kruppstraße 18-20
31135 Hildesheim
Tel. 05121 162-170
Fax 05121 703432
malte.diercks--at--hwk-hildesheim.de