BAUARBEITEN
HWK

Lieferengpässe und steigende Materialpreise belasten zunehmend die Arbeit im handwerklichen Bausektor

Baubetriebe können nicht mehr uneingeschränkt weiterarbeiten.

„Die Baukonjunktur ist eine ganz maßgebliche Stütze der Handwerkskonjunktur“, betont Mike Schneider, Präsident des niedersächsischen Handwerkstages (NHT). Mehr als jeder zweite Handwerksbetrieb arbeitet im Bausektor. Die Nachfrage nach Bauleistungen ist außerordentlich hoch. Drei Gründe sind dafür vor allem maßgeblich: Es müssen Infrastrukturdefizite abgebaut werden. Diese beziehen sich auf den öffentlichen Sektor, wie Straßen, Brücken oder auch Schulen. Zudem gibt es einen hohen Bedarf im Wohnungsbau. Dabei geht es um den Wohnungsneubau, aber auch um die Sanierung von Wohngebäuden. Schließlich wollen die Menschen in werthaltige Anlagen investieren. Dazu gehören grundsätzlich Immobilien. Die Wirtschaftslage im Handwerk ist bis dato vergleichsweise robust. Das 4. Quartal 2020 schloss im niedersächsischen Handwerk insgesamt – nicht zuletzt aufgrund der guten Baunachfrage - mit einem Umsatzplus von 8,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ab.

Die Betriebe und ihre Mitarbeiter leisten im Handwerk einen erheblichen Einsatz. Coronabedingt sind viele innerbetriebliche Prozesse neu zu steuern und zu optimieren. Nun kommen aber im Bau- und Ausbausektor Lieferengpässe verbunden mit explodierenden Preisen bei entscheidenden Baumaterialien hinzu. Diese führen dazu, dass Bauvorhaben nicht planmäßig begonnen bzw. fortgeführt werden können.  Besonders die Beschaffung von Bauholz für das Bau-, Dachdecker- und Zimmererhandwerk, aber auch von Dämm- und Verpackungsmaterialen sowie Stahl ist derzeit problematisch und daher schlecht plan- und kalkulierbar. Diese Situation ist für die Betriebe extrem frustrierend - insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Kunden zum Teil verärgert reagieren, wenn die steigenden Materialpreise mit in die Kalkulation einfließen und weiterberechnet werden müssen. Auch die zeitlichen Verzögerungen, die sich aus den Lieferengpässen ergeben, führen bei den Betrieben zu erheblichen organisatorischen Schwierigkeiten und bei den Kunden zu unerwünschten Verzögerungen ihres Bauprojektes.

„Diese Entwicklungen sind nicht von den Baubetrieben zu verantworten – wir sind selbst mehr als unglücklich über diese Situation! Öffentliche, gewerbliche, aber auch private Auftraggeber müssen diese Entwicklungen in ihren Planungen berücksichtigen“, betont Schneider. „Lieferprobleme sind kein reines Industrieproblem, sie treffen viele Betriebe - am Ende der Wirtschaftskette auch das Handwerk und damit alle Auftragnehmer und -nehmerinnen!“, bittet Schneider um Verständnis für die aktuelle Lage.

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Stefan Pietsch

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