In der Pause darf noch nicht gespielt werden: Die Schüler der Grundschule Herberhausen proben aber schon einmal für das Foto den echten Einsatz der Spielgeräte. BBZ-Lehrwerkmeister Ulrich Hoinkhaus (2. v. li.) hat mit seinen Fachpraktikern im Zimmererhandwerk das Holzhäuschen für Kleinspielgeräte an Schulleiterin Karin Limbach (li.). und Stefanie Bleyer (2. v. re.), Vorstand des Fördervereins, für die Zeit nach Corona offiziell übergeben.
HWK
In der Pause darf noch nicht gespielt werden: Die Schüler der Grundschule Herberhausen proben aber schon einmal für das Foto den echten Einsatz der Spielgeräte. BBZ-Lehrwerkmeister Ulrich Hoinkhaus (2. v. li.) hat mit seinen Fachpraktikern im Zimmererhandwerk das Holzhäuschen für Kleinspielgeräte an Schulleiterin Karin Limbach (li.). und Stefanie Bleyer (2. v. re.), Vorstand des Fördervereins, für die Zeit nach Corona offiziell übergeben.

Ein Spielzeughäuschen für die Grundschule Herberhausen

Übergabe an die Schulleitung: Jugendliche mit Lernbeeinträchtigung haben ein Holzhäuschen für Grundschüler gezimmert.

Bereits seit Jahren werden im Berufsbildungszentrum (BBZ) Göttingen spezielle Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation durchgeführt. Das Ziel: Jugendlichen mit Förderbedarf soll eine Teilhabe am Arbeitsleben ermöglicht werden. Aktuell absolviert in den BBZ-Werkstätten eine Gruppe junger Männer die theoriereduzierte Ausbildung zum Fachpraktiker im Zimmererhandwerk.

„Ziel dieser Berufsausbildung ist es, junge Menschen mit Lernschwäche in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren“, sagt Lehrwerkmeister Ulrich Hoinkhaus, der die Gruppe im BBZ ausbildet. Im vergangenen Jahr startete er mit den sechs Auszubildenden ein ganz besonderes Projekt. Das aus Blech gebaute Vorgänger-Häuschen der Herberhausener Grundschule war in die Jahre gekommen und musste dringend ersetzt werden. Genauso wie beim Vorgänger lagert die Grundschule in der Hütte zahlreiche Kleinspielgeräte wie Stelzen, Tischtennisschläger und Roller, die von den Schülern in den Pausen genutzt werden können. „Im Moment wartet das praktische Holzhaus aber noch auf die Inbetriebnahme. Aufgrund von Corona ist das Spielen auf dem Schulhof noch untersagt“, berichtet Rektorin Karin Limbach. Selbst der Termin für die Übergabe an die Schulleitung musste coronabedingt mehrfach verschoben werden.

Die Finanzierung des Projekts habe der Förderverein der Schule übernommen, die Agentur für Arbeit Göttingen sei von Anfang an einverstanden gewesen, fasst Zimmerermeister Hoinkhaus zusammen. Entstanden ist ein aus stabilem Lärchenholz gefertigtes Häuschen, aufgebaut an einem Tag, aber mit anspruchsvoller und wochenlanger Vormontage, einem Innenausbau mit Regalen, detaillierter Planung und Entwicklung. Verantwortung für ein wichtiges Projekt übernehmen, das später einen Nutzen hat – das ist es, was allen Auszubildenden aus dem 2. und 3. Lehrjahr zum Fachpraktiker am besten am Projekt „Spielzeughaus“ gefallen hat. „Es wäre super, wenn wir solche Aktionen häufiger machen könnten“, findet Dario Michaelis aus dem zweiten Lehrjahr. Am Ende ist es eine Win-win-Situation für die Grundschule und die Fachkräfte von morgen. Alle Fachpraktiker im Zimmererhandwerk sind gefragte Nachwuchskräfte auf dem Arbeitsmarkt und ein großer Teil von ihnen hat sich bereits Arbeitsverträge bei lokalen Handwerksbetrieben gesichert. So auch Ibrahim Seciri, der in diesem Sommer auslernt und im Zuge der Maßnahme auch gleich seinen Hauptschulabschluss mit der Note 1 nachgeholt hat.

Ulrich Hoinkhaus

BBZ-Werkstätte Maurer/Zimmerer

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