Quelle: HWK
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Ein Schritt vor kann nie ein Schritt zurück sein!

Ausbau des E-Learnings in den Berufsbildungszentren

Auch die Berufsbildungszentren der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen fahren nach den ersten Lockerungen der behördlichen Hygieneauflagen ihr Lehrgangsangebot wieder hoch. Doch auch in den Berufsbildungszentren hat die Unterbrechung des Lehrgangsbetriebs für einigen Wirbel gesorgt.

Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung mit Home-Learning-Phasen

Der Lehrgangsablauf hat sich im Vergleich zum Jahresbeginn erheblich verändert. Innerhalb weniger Tage wurde ein umfassendes Online-Angebot für ÜLU-Teilnehmer und Meisterschüler konzipiert. So werden sämtliche Lernunterlagen den Teilnehmern online zur Verfügung gestellt. Teile des fachpraktischen Unterrichts in der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU), die aufgrund der aktuellen Situation in komprimierter Form durchgeführt werden müssen, erhalten durch Home-Learning-Abschnitte eine besondere Vor- und Nachbereitung. „So können wir den Lernprozess trotz der besonderen Situation gut unterstützen und den Auszubildenden einen umfassenden Lehrgang anbieten“, betont Raasch, Leiterin der Berufsbildungszentren der Handwerkskammer. Darüber hinaus werden sämtliche Lehrgangsgruppen gemäß des eigens konzipierten Hygienekonzeptes verkleinert.

Meisterschüler im virtuellen Klassenzimmer

Auch die Meisterschüler werden aktuell mit einem umfassenden Online-Angebot versorgt. Der Unterricht ist wie bei den Auszubildenden nur in kleinen Gruppen und mit höheren Auflagen möglich. Deshalb wurde z.B. der Meisterkurs im Bereich Sanitär-Heizung-Klima auf zwei Klassenräume verteilt. Dozent Marc Mundt unterrichtet dank Video-Konferenz-Software beide Räume parallel. „Die Online-Lösungen funktionieren super. Selbst der Austausch zwischen den verschiedenen Klassenräumen ist problemlos möglich“, so Mundt. Aber damit nicht genug: Vier Teilnehmer mit längerem Anfahrtsweg folgen dem Unterricht komplett von zu Hause aus.

Auch die Meisterschüler sind mit der angebotenen Variante zufrieden. „Ich bin sehr froh, dass es wieder losgeht und ich meinen Meisterbrief zeitnah in den Händen halten kann. Die Online-Variante ist dabei eine tolle Lösung und spart einigen von uns lange Autofahrten“, sagt Meisterschüler Patrick Schlemm.

Auch andere Bereiche setzen aktuell auf vollständigen Online-Unterricht. So werden die ersten Meisterkurse in den Bereichen Betriebswirtschaftslehre und Ausbildereignung vollständig online unterrichtet. „Eine super Möglichkeit des Unterrichts, die auch zukünftig viel öfter eingesetzt werden sollte“, sagt Dozent Oliver Reiter, der einen Meisterkurs in Betriebswirtschaftslehre online unterrichtet. E-Learning im Handwerk soll keine Notlösung sein. Auch in Zukunft sollen Kurse online stattfinden. „Das schafft ganz neue Möglichkeiten“, sagt Reiter.

Kreative Lösungen gefragt

Gerade im Handwerk hat E-Learning aber auch seine Grenzen. „Das Ganze ist natürlich nicht auf jedes Gewerk übertragbar. Ein Maurer kann keine virtuellen Mauern ziehen. Das ist nicht umsetzbar und auch nicht gewollt“, sagt Ulrike Raasch. Aber auch hier werden kreative Lösungen entwickelt, um die hochwertige Ausbildung auch in Zeiten von Corona sicherzustellen.

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Stefan Pietsch

Pressesprecher

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