PodcastUnverzichtbar für das Handwerk und für die Gesellschaft
Kammerpräsident Delfino Roman spricht sich im Podcast „Nach fest kommt ab“ erneut für das Handwerk als Integrationsmotor aus und plädiert für eine tolerante Gesellschaft.
Hildesheim. Vielfalt ist für das Handwerk keine Belastung, sondern eine unverzichtbare Ressource. Das ist die zentrale Botschaft von Delfino Roman, Präsident der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen, in der neuesten Folge des Handwerkspodcasts „Nach fest kommt ab“, die am 05. Oktober erschienen ist.
Im Gespräch mit Moderatorin und Steinmetzmeisterin Kathrin Post-Isenberg spricht Roman über seinen beruflichen Werdegang, die aktuelle politische Lage in Deutschland sowie über gesellschaftliche Herausforderungen. Im Mittelpunkt stehen die Themen Rechtsextremismus und die Frage, warum diese Bestrebungen nicht der richtige Weg für das Handwerk sind.
Integration nicht als Option, sondern als Notwendigkeit
Romans Einstellung ist eng mit der eigenen Familiengeschichte verknüpft: Seine Vorfahren kamen vor vielen Jahrzehnten aus Norditalien nach Deutschland und gründeten einen Betrieb, der heute auf über 125 Jahre Tradition zurückblickt. Bereits angesichts der bundesweiten Demonstrationen gegen Rechtsextremismus Anfang 2024 bezog Roman klar Position und formulierte eine drängende Sorge zum Thema Remigration: Können Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, darunter auch viele Handwerkerinnen und Handwerker, in diesem Land künftig noch sicher leben und arbeiten?
Das Konzept der Remigration und die Idee, auf nachhaltige Zuwanderung zu verzichten, stellen nicht nur eine Gefahr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt dar, sondern auch für die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit des Handwerks, überhaupt im Hinblick auf den Fachkräftebedarf. Nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) fehlen bundesweit rund 200.000 Arbeitskräfte. Wer Migration blockiert oder Menschen mit Zuwanderungsgeschichte ausgrenzen will, entzieht dem Handwerk die wirtschaftliche Grundlage. Für Roman ist die Situation deutlich: „Ohne Zuwanderung und Integration wären 50 Prozent der Handwerksbetriebe in Deutschland nicht überlebensfähig“. Den wichtigen Beitrag, den viele Handwerkerinnen und Handwerker mit Migrationsgeschichte leisten, sieht Roman auch in den kleinen Details seiner Tätigkeiten als Kammerpräsident: „Wenn ich Meisterbriefe unterschreibe, merke ich: Mindestens ein Drittel der Meisterinnen und Meister hat vermutlich eine Migrationsgeschichte in der Familie.“
Im Podcast plädiert Roman zugleich dafür, Menschen, die aus Protest oder Frustration mit rechtsextremen Positionen sympathisieren, im direkten und sachlichen Dialog zu begegnen. Ehrenamt, Vereinsleben und gesellschaftlicher Zusammenhalt im ländlichen Raum seien dabei unverzichtbar. Sein Appell richtet sich klar an das Handwerk und die Gesellschaft: offen bleiben und Menschen nach Können, Einsatz und Leistung beurteilen, unabhängig von Herkunft oder Religion.