EntlastungspolitikStrukturelle Entlastungen statt kurzfristiger Einzelmaßnahmen!
Statement von Handwerkskammerpräsident Delfino Roman zur geplanten Entlastungsprämie:
„Die von der Bundesregierung geplante 1.000-Euro-Prämie ist aus Sicht des Handwerks kein Entlastungssignal, sondern ein Schlag ins Gesicht. Was als freiwillige Zahlung gedacht ist, erzeugt in den Betrieben einen erheblichen Erwartungsdruck. Die Bundesregierung verteilt Entlastungs-Geschenke, aber zahlen sollen andere: Die Betriebe. Und als wäre das für sich schon nicht genug, erzeugt diese Prämie auch eine klare Erwartungshaltung bei den Mitarbeitern. Wer als Chef nicht zahlt – weil er es aufgrund der ohnehin hohen finanziellen Belastungen schlicht nicht kann – steht vor der Belegschaft als Sündenbock da. Damit verschiebt die Politik die Verantwortung für den sozialen Frieden direkt in die Werkstätten und auf die Baustellen.
Viele unserer Betriebe stehen wirtschaftlich unter Druck. Sinkende Aufträge, steigende Kosten und eine wachsende Abgabenlast setzen dem Handwerk spürbar zu. Das sogenannte Krisen-Immunsystem des Mittelstands ist vielerorts erschöpft.
Was das Handwerk jetzt braucht, sind keine kurzfristigen Einmalmaßnahmen, sondern echte strukturelle Entlastungen. Dazu gehört vor allem eine spürbare Senkung der Lohnnebenkosten. Nur so bleiben unsere Betriebe wettbewerbsfähig – und können weiterhin ihrer Verantwortung für Beschäftigung, Ausbildung und die Versorgung vor Ort gerecht werden.
Anstatt sich für die vermeintliche Entlastungspolitik zu feiern, sollte die Bundesregierung lieber die Realität in den Betrieben ernst nehmen, die richtigen Weichen stellen und endlich wirkliche Entlastungen auf den Weg bringen.“