PressemitteilungMehr Flexibilät für das Handwerk: Extremwetter verlangt moderne Arbeitsmodelle

Kammerpräsident Delfino Roman plädiert dafür, Gesundheitsschutz und betriebliche Realität gemeinsam zu denken – und damit mehr Spielraum für Betriebe und Beschäftigte zu schaffen.

Aus Sicht des südniedersächsischen Handwerks braucht die aktuelle Diskussion über eine Reform des Arbeitszeitgesetzes mehr Praxisbezug. Die Anforderungen an Betriebe und Beschäftigte haben sich in den vergangenen Jahren spürbar verändert: Neben wirtschaftlichem Druck und wachsendem Fachkräftebedarf stellen auch zunehmend Extremwetterlagen und hohe Temperaturen viele Handwerksbetriebe vor neue Herausforderungen.

Gerade im Handwerk arbeiten Beschäftigte häufig unter anspruchsvollen Bedingungen, etwa auf Baustellen, Dächern oder in Werkstätten. An besonders heißen Tagen stoßen tägliche Arbeitszeitregelungen dabei vielerorts an ihre Grenzen. „Wenn Arbeiten bei großer Hitze früher beendet, zeitlich verlagert oder an anderen Tagen ausgeglichen werden können, profitieren Beschäftigte und Betriebe gleichermaßen“, sagt Delfino Roman, Präsident der Handwerkskammer.

Aus Sicht der Handwerkskammer braucht es deshalb mehr Flexibilität bei der Verteilung der Arbeitszeit innerhalb einer Woche – und zwar branchenübergreifend für alle Gewerke. „Es darf keine Unterschiede zwischen einzelnen Gewerken geben. Alle Betriebe brauchen die gleichen Möglichkeiten, um Arbeitszeiten an betriebliche Abläufe, Witterungsbedingungen und die Lebensrealität ihrer Beschäftigten anzupassen“, betont Roman.

Dabei gehe es ausdrücklich nicht darum, mehr zu arbeiten, sondern Arbeit intelligenter und zeitgemäßer zu organisieren. Flexible Arbeitszeitmodelle könnten dazu beitragen, Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten und gleichzeitig die Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben zu verbessern. Davon profitierten nicht nur Beschäftigte, sondern auch die Unternehmen selbst.

Gerade mit Blick auf Fachkräftesicherung und Mitarbeiterbindung werde moderne Arbeitszeitgestaltung zunehmend zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor. „Unternehmen, die ihren Beschäftigten mehr Eigenverantwortung, Flexibilität und Vertrauen entgegenbringen, steigern ihre Attraktivität als Arbeitgeber und stärken langfristig die Bindung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, so Roman weiter.

Voraussetzung dafür bleibe selbstverständlich ein verlässlicher arbeitsrechtlicher Rahmen sowie der Schutz der Gesundheit der Beschäftigten. Moderne Arbeitszeitmodelle müssten gemeinsam zwischen Betrieben und Beschäftigten gestaltet werden. Dabei ist es wichtig, sowohl betriebliche Erfordernisse als auch persönliche Lebensrealitäten zu berücksichtigen.

„Das Handwerk braucht keine zusätzlichen bürokratischen Hürden, sondern praktikable und vertrauensvolle Lösungen. Mehr Flexibilität bedeutet mehr unternehmerische Freiheit, bessere Planbarkeit und mehr Chancen, Arbeit zeitgemäß zu organisieren“, erklärt Roman abschließend.

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