Putzbrunn, DEU, 29.07.2014, Schlagwort(e): Bau, Construction, Baustelle, Construction Site, Handwerk, Trade, HandwerkMarketing, Lachner, Maurer
argum / Falk Heller
Putzbrunn, DEU, 29.07.2014 Das Berufsbild des Maurers.

Die konjunkturelle Lage entwickelt sich grundsätzlich positiv. Unsicherheiten aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen sind jedoch zu spüren. Einige Branchen bzw. Gewerke berichten partiell von schlechteren Entwicklung im Berichtsquartal. // Unsicherheiten bezüglich der zukünftigen Entwicklung trüben die Aussichten für das 3. Quartal 2022 deutlich.Konjunkturbericht für das 2. Quartal 2022

Die konjunkturelle Lage im Hildesheimer und Südniedersächsischen Handwerk befindet sich auch im 2. Quartal 2022 auf einem hohen Niveau. Es wird eine bessere Einschätzung als im Vorquartal verzeichnet. Die Konsolidierung der letzten Quartale wird somit in der Tendenz positiv fortgesetzt. Die Einschätzungen vieler Betriebe sind überwiegend optimistisch gestimmt. Die positive Entwicklung der vergangenen Quartale kann somit gefestigt werden und führt weiterhin zu einer günstigen Tendenz. Von den befragten Betrieben verzeichneten 58 % (50 %) eine gute, 31 % (35 %) eine befriedigende und 10 % (15 %) eine schlechte Geschäftslage. Der Geschäftslagenindikator erreichte 74 Punkte (68) und lag damit 1 Punkt unter dem Vorjahreswert. Damit verbleibt die konjunkturelle Lage des Handwerks auf einem Niveau, welches dem vor den Zeiten der Pandemie entspricht. Die positiven Entwicklungstendenzen sollten jedoch im Hinblick auf die noch unsicheren zukünftigen Entwicklungen, u.a. aufgrund der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Lage (insbesondere durch Russlands initiierten Angriffskrieg auf die Ukraine sowie Preissteigerungen auf den Rohstoff- und Energiemärkten) und den damit einhergehenden Unsicherheiten, mit Vorsicht genossen werden. Es bleibt jedoch anzumerken, dass sich das Handwerk bisher überwiegend auf einem hohen konjunkturellen Niveau befindet und in der Tendenz weiterhin positiv entwickelt. Es verzeichneten gegenüber dem Vorquartal 29 % (35 %) der Betriebe Umsatzsteigerungen, 24 % (26 %) Umsatzrückgänge. Der Umsatzindikator steigt um 3 Punkte auf 53 Punkte (50) und liegt mit 5 Punkten unter dem Vorjahreswert von 58 Punkten. Die Beschäftigung blieb erfreulicherweise konstant. Die Betriebe haben überwiegend, 74 % (71 %), keine personellen Veränderungen vorgenommen. Fortlaufende und ergänzende Förderprogramme sollen die Wirtschaft weiterhin stärken und somit Arbeitsplätze sichern. Allerdings ist auch anzumerken, dass es in naher Zukunft vermehrt zu entsprechenden Prüfungen seitens der Zuschussmittelgeber kommen wird, um Überkompensationen und Missbrauch von Fördergeldern auszuschließen. Die Auslastung des Personals betrug 91 % (86 %) und befand sich nahezu auf dem Niveau des Vorjahresquartals. Somit liegt die Auslastung knapp über dem Langzeitdurchschnitt von 85 %. Rund 55 % (46 %) der Betriebe waren nahezu voll ausgelastet bzw. arbeiteten mit Überstunden. Zum Vorquartal ein wesentlicher Anstieg. Die höhere Auslastung beruht u.a. auf bessere saisonale Bedingungen und der grundsätzlich hohen Nachfrage. Im Berichtsquartal wurde eine gegenüber dem Vorquartal deutlich höhere Auftragsreichweite verzeichnet. Es kann eine Erhöhung der Auftragsreichweite um 0,7 Wochen auf 10,3 Wochen festgestellt werden. Im Vorjahresquartal waren es rund 9,6 Wochen. Der überwiegende Teil der Handwerksunternehmen verfolgt eine proaktive Preispolitik. Dies ist u.a. auf die weiterhin deutlich gestiegenen Preise auf den Beschaffungsmärkten zurückzuführen. In Folge erhöhten 67 % (64 %) der Betriebe ihre Verkaufspreise, 32 % (35 %) vermieden eine Preisänderung. Einen (kurzfristigen) wesentlichen Rückgang der Nachfrage aufgrund von höheren Absatzpreisen, induziert durch höhere Beschaffungspreise, konnte bisher nicht festgestellt werden. Der Einkaufsindikator ist gegenüber dem Vorquartal um 1 Punkt gesunken und beträgt 97 Punkte (98). Damit befindet sich der Indikator mit 5 Punkten über dem Niveau des Vorjahres. Der Indikator verbleibt damit weiterhin auf historischen Niveaus. Im Berichtsquartal ist klar zu erkennen, dass der Preisdruck auf der Beschaffungsseite weiterhin hoch ist und darüber hinaus immer noch Engpässe in der Materialbeschaffung bestehen. Die erst coronabedingten Herausforderungen werden durch die angespannte weltpolitische Lage, insbesondere dem Ukraine-Konflikt, weiter verschärft. Demnach berichten 95 % (96 %) der Betriebe von gestiegenen Einkaufspreisen. Die Investitionstätigkeit verzeichnet in der Tendenz eine konstante Entwicklung, ist im Berichtsquartal aber rückläufig. Der Investitionsindikator betrug 48 Punkte (50) und war damit 4 Punkte niedriger als der Vorjahreswert. Der Anteil der Betriebe mit steigenden Investitionsbudgets lag bei 21 % (24 %), der Anteil mit sinkenden Ausgaben bei 25 % (25 %). Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Anteil investierender Betriebe mit 75 % (Vj: 81 %) merklich verringert.

 

Die Geschäftslage des Bauhauptgewerbes stabilisiert sich weiterhin auf einem hohen Niveau und zeigt im Berichtsquartal positive Tendenzen und Steigerungen auf. 70 % der Betriebe berichten von einer guten Geschäftslage. Die Auslastung der Betriebe liegt bei 97 % und die Auftragsreichweite gehört mit 16,6 Wochen zu den Rekordhochs. 93 % der Betriebe berichten von gestiegenen Beschaffungspreisen.

Die konjunkturelle Lage des Ausbaugewerbes ist weiterhin positiv gestimmt und stabilisiert sich auf einem hohen Niveau. 76 % der Betriebe berichten von einer guten Geschäftslage. 37 % der Betriebe berichten von Umsatzzuwächsen. Die Auftragsreichweite liegt bei 12,2 Wochen. Die Auslastung beträgt 95 %. Nahezu alle Betriebe, 98 %, berichten von steigenden Einkaufpreisen.

Die Stimmung des Investitionsgüterhandwerks wirkt weiterhin freundlich und kann sich stabilisieren. 38 % der Betriebe bewerten die Geschäftslage als gut. 27 % der Betriebe berichten von einer besseren, 40 % von einer konstanten Umsatzentwicklung. Die Auslastung liegt bei 90 %. 92 % berichten von gestiegenen Beschaffungspreisen.

Die konjunkturelle Stimmung im Kfz-Handwerk zeigt eine gegenüber den Vorquartalen bessere Entwicklung auf. 42 % der Betriebe berichten von einer besseren Geschäftslage. 37 % der Betriebe weisen allerdings noch eine schlechtere Umsatzentwicklung auf. Die Auslastung liegt bei 83 %. 100 % der Betriebe berichten von höheren Beschaffungspreisen.

Die konjunkturelle Entwicklung des Konsumgüter- und Dienstleistungshandwerks hat sich im 2. Quartal 2022 gegenüber dem Vorquartal deutlich verbessert. 36 % der Betriebe berichten von einer besseren, 18 % von einer schlechteren Geschäftslage. 24 % berichten von einer positiveren, 45 % von einer konstanteren Umsatzentwicklung. Der Auslastungsgrad liegt bei 77 %. Die Auftragsreichweite hat sich um 2,6 Wochen erhöht. 91 % der Betriebe berichten von gestiegenen Beschaffungspreisen.

Die konjunkturelle Lage des Nahrungsmittelhandwerks ist deutlich besser gestimmt. Nach einem schlechteren 1. Quartal hat sich die Geschäftslage verbessert. 50 % der Betriebe meldeten eine bessere, 20 % eine schlechtere Geschäftslage. 40 % berichten von einer besseren, 20 % von einer konstanten Umsatzentwicklung. Die Auslastung liegt bei 86 %. 80 % der Betriebe haben die bestehende Personalstruktur aufrechterhalten. Der überwiegende Anteil der Betriebe, 60 %, berichtet von einer konstanteren Auftragsentwicklung.

Die Entwicklung der Geschäftslage des Gesundheitshandwerks ist gegenüber dem Vorquartal schlechter eingeschätzt worden. 30 % der Betriebe berichten von einer guten, 20 % von einer schlechteren Geschäftslage. 50 % der Betriebe berichten von gesunkenen, nur 20 % von gestiegenen Umsätzen. Der Auftragsbestand (zu dieser Jahreszeit) ist überwiegend durchschnittlich, die Auftragsentwicklung deutlich schlechter bewertet worden. Die Auslastung liegt bei 81 %.



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Patrick Blum

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