Staatssekretärin Daniela Behrens (4. von links), Dachdeckergeselle Santino Ruttkowski (3. von rechts) neben HWK-Hauptgeschäftsführerin Ina-Maria Heidmann und Kammerpräsident Delfino Roman starten mit Teilnehmern des Zukunftstages ihren Rundgang durch die Gewerke.
HWK
Staatssekretärin Daniela Behrens (4. von links), Dachdeckergeselle Santino Ruttkowski (3. von rechts) neben HWK-Hauptgeschäftsführerin Ina-Maria Heidmann und Kammerpräsident Delfino Roman starten mit Teilnehmern des Zukunftstages ihren Rundgang durch die Gewerke.

Kleine Handwerker ganz groß

Wenn man dem diesjährigen Zukunftstag in den Berufsbildungszentren Hildesheim-Göttingen ein Motto geben müsste, so wäre "groß" tatsächlich das richtige Wort. Mit einer Tour durch sieben unterschiedliche Gewerke und über 60 Teilnehmern hat die Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen am 28. April 2016 einen in der Region einzigartigen Aktionstag organisiert.

Für die Handwerkskammer und ihre angeschlossenen Berufsbildungszentren war es infolge der zweite große Zukunftstag, an dem Kinder der Klassenstufen 5 bis 10 in die Welt des Handwerks eintauchen konnten. Am diesjährigen Rundgang haben neben den 30 Mädchen auch 30 Jungen Einblicke in für sie interessante Ausbildungsberufe erhalten.
Die Organisatoren freuten sich über den hohen Besuch aus dem Niedersächsischen Ministerium für Arbeit, Wirtschaft und Verkehr. Staatssekretärin Daniela Behrens zeigte sich bei der Eröffnungsveranstaltung von der Vielfalt der gebotenen Stationen begeistert und sprach sich in ihrem Grußwort für die Bedeutsamkeit des seit 2001 stattfindenden Tages aus. "Ihr findet heute ein Angebot, was es so zu keinem anderen Zeitpunkt im Jahr gibt." In Anbetracht der überwältigenden Anmeldezahlen zum Zukunftstag im BBZ, attestierte Behrens dem Handwerk eine tolle Werbung für die vielen Berufe. Den jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern stellte sie gute berufliche Perspektiven in Aussicht, falls sie sich später für eine Ausbildung im Handwerk entscheiden sollten. "Ohne das Handwerk würde die Wirtschaft nicht funktionieren und uns würden viele wichtige Produkte und Dienstleistungen fehlen."

Was uns ohne das Handwerk alles fehlen würde, konnten die Kinder an den einzelnen Stationen selbst in Erfahrung bringen. Auf insgesamt drei Routen konnten die Schülerinnen und Schüler in insgesamt sieben verschiedene Handwerke hineinschnuppern. Pro Gewerk waren 1,5 bis 2 Stunden Zeit eingeplant. Staatssekretärin Daniela Behrens besuchte gemeinsam mit Delfino Roman, Präsident der Handwerkskammer, und Hauptgeschäftsführerin Ina-Maria Heidmann alle einzelnen Stationen. Richtig kreativ wurde es bei den Malern und Lackierern: Grafikdesigner und Graffiti-Künstler Ole Max Görgens zeigte den korrekten und vor allem legalen Umgang mit der Spraydose auf Holzbrettern. Die gesprayten Kunstwerke zeigten mal eine Skyline oder einen Sonnenuntergang und konnten von allen Kindern mit nach Hause genommen werden.

Die Siebdruckmeisterin Orike Muth teilte ihr Wissen in puncto Siebdruck mit. Alle Mädchen und Jungen gestalteten stylisch bedruckte Taschen und T-Shirts sowie Postkarten. Im Fachbereich Metall wurden Schlüsselanhänger mit den Namen der Teilnehmer graviert. Viele Mädchen und Jungen nutzten die Gelegenheit, ein Geschenk zum Muttertag mit den eigenen Händen zu gestalten. Das passende Geschenk für die Mama konnte auch bei Dachdeckergeselle Santino Ruttkowski von der Dachdeckerei Wünsch (Hildesheim) ausgehämmert werden. Aus massiven Schieferplatten haben die Teilnehmer mit Gefühl und Kraft hübsche Herzen ausgeschlagen. Im Bereich der Bäcker und Konditoren gab es feine Leckereien zum Mitnehmen: Hier haben die Teilnehmer selbst Pralinen mit leckeren Cremes gefüllt und diese in Schokolade gebadet. Zu guter Letzt boten die Elektrotechniker den Zusammenbau eines dekorativen Regenbogenlichts und die Tischler einen überaus nützlichen Smartphone-Halter aus Holz an.

Auch Präsident Roman zeigte sich vom Engagement der HWK-Mitarbeiter und der externen Profis begeistert. "Besonders freut uns, dass sich unter den Teilnehmern 52 Prozent Gymnasiasten und 36 Prozent Gesamtschüler und Realschüler befinden. Gerade am Gymnasium fehlt Schülern häufig eine Vorstellung von handwerklicher Praxis, da die Berufsorientierung an diesen Schulen bereits auf ein Studium hin ausgerichtet ist." Hier sei vielleicht gerade die Sehnsucht groß, sich einmal nicht mit abstrakter Theorie zu beschäftigen, sondern etwas Handfestes zu produzieren.

Entspannung zwischen den Stationen fanden die Schüler in einem Pausenbereich bei erfrischendem Slush-Eis und Zuckerwatte.
Nach einer ausgedehnten Mittagspause – in der hauseigenen Mensa – endeten "Girls Day" und "Boys Day" um 16 Uhr nach einem achtstündigen Arbeitstag mit der Auswertung eines Berufswahltests und einem kleinen Gewinnspiel.

Stefan Pietsch

Pressereferent

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