Pressemitteilung Handwerk vor Ort: Das regionale Lebensmittelhandwerk in den Fokus stellen
Die Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen ruft Verbraucherinnen und Verbraucher auf, lokale Betriebe stärker zu unterstützen, und setzt sich für eine stärkere politische Berücksichtigung ein.
Das regionale Lebensmittelhandwerk ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Städte und Gemeinden, da die Betriebe sowohl die Wirtschaft als auch die Gesellschaft in den Regionen prägen. Dennoch stehen regionale Lebensmittelhandwerksbetriebe zunehmend unter Druck: Steigende Kosten, wachsende Bürokratie und der zunehmende Wettbewerb durch große Handelsketten erschweren es vielen Betrieben, sich am Standort zu behaupten. Dem kann jedoch entgegengewirkt werden, indem sich zum Beispiel Verbraucherinnen und Verbraucher bewusst für regionale Betriebe entscheiden und das Handwerk durch gezielte politische Maßnahmen gestärkt wird. Auch das regionale Lebensmittelhandwerk in Südniedersachsen steht vor wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen: Zwischen 2015 und 2025 haben 114 Betriebe im Bäcker-, Fleischer- und Konditorenhandwerk ihre Türen geschlossen. Das entspricht einem Rückgang um 28,4 Prozent der aktiven Lebensmittelhandwerksbetriebe im Kammerbezirk.
Die Folgen tragen jedoch nicht nur die betroffenen Betriebe: Wenn lokale Betriebe schließen, verliert die regionale Wirtschaft Arbeitsplätze und Kaufkraft sowie wichtige Strukturen, die wesentlich zur Attraktivität und Lebensqualität einer Region beitragen. Für Kammerpräsident Delfino Roman kommt es in dieser Situation besonders auf die Verbraucherinnen und Verbraucher an. „Mit jeder bewussten Entscheidung für unsere lokalen Bäckereien, Fleischereien oder Konditoreien stärken wir unsere Städte und Gemeinden. Deshalb appelliere ich an die Verbraucherinnen und Verbraucher: Kaufen Sie bewusst auch bei den Lebensmittelhandwerksbetrieben vor Ort ein. Denn das Lebensgefühl vor Ort hängt auch von lebendigen Einkaufsstraßen und einer attraktiven Nahversorgung ab.“
Doch auch die Rolle der Politik darf nicht vergessen werden. Gerade zusätzliche kommunale Belastungen wie eine Verpackungssteuer oder steigende Parkgebühren bei gleichzeitig knapper werdendem Parkraum sollten vermieden werden. „Das regionale Lebensmittelhandwerk braucht weniger Bürokratie und bessere Rahmenbedingungen, nicht zusätzliche Belastungen“, so Roman. „Deshalb richte ich auch eine klare Botschaft an unsere politischen Vertreterinnen und Vertreter vor Ort: Behalten Sie die regionalen Betriebe bei Ihren Entscheidungen im Blick. Denn wer diese Betriebe stärkt, sichert Arbeitsplätze, Nahversorgung und Lebensqualität vor Ort.“
Verlässliche Rahmenbedingungen und gezielte Unterstützung sind entscheidend, damit die Betriebe auch langfristig wettbewerbsfähig bleiben und ihren wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung der Region leisten können.