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Vollversammlung stimmt für Ausbildungsgerechtigkeit

123. Sitzung der Vollversammlung: Parlament des Handwerks nimmt Nicht-Ausbildungsbetriebe in die Pflicht. Alle müssen sich an Ausbildungskosten beteiligen.

Präsident Delfino Roman und Hauptgeschäftsführerin Ina-Maria Heidmann eröffneten die 123. Vollversammlung mit einer Schweigeminute für den Ehrenpräsidenten Theodor Striegan und das langjährige Vollversammlungs- und Vorstandsmitglied der Handwerkskammer Manfred Steinbrecher.

Roman forderte von der Politik eine verständlichere Kommunikation in der Corona-Pandemie. Für kleine Betriebe – schon wieder seien Kosmetiker, Friseure, das Lebensmittel- und Gesundheitshandwerk mit von jeher ausgezeichneten Hygienestandards betroffen – sei die Umsetzung neuer Corona-Verordnungen über Nacht eine große Herausforderung. „Erklärt die Paragrafen in leicht verständlicher Sprache zum Beispiel mit Videos auf Youtube, Facebook, Instagram oder wo auch immer. Und damit meine ich nicht vorlesen, sondern erklären!“, so Roman in Richtung Politik.

Hauptgeschäftsführerin Heidmann legte beim Thema Ausbildung den Finger in die Wunde. Da Bund und Land der ursprünglich vereinbarten Förderung der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung als verpflichtender Teil der Ausbildung nach wie vor nicht voll nachkommen, sondern Betriebe weiterhin allein den größten Teil der Ausbildungskosten tragen, stellte sie zusammen mit Roman die ÜLU-Umlage vor. Bei der ÜLU-Umlage beteiligen sich jeweils alle Betriebe eines Handwerks an den Kursgebühren für die Durchführung der ÜLU – ganz gleich, ob der einzelne Betrieb ausbildet oder nicht. „Wir haben mit der ÜLU-Umlage erstmals ein gerechtes Solidarprinzip pro Handwerk für die Ausbildung geschaffen. So finanzieren beispielsweise nur Betriebe des Elektrotechniker-Handwerks gemeinschaftlich die Elektro-Kurse der Azubis, die Tischler-Betriebe tragen zusammen die Tischer-ÜLU und so weiter“, so Roman. Dies gelte für alle Kurse des überbetrieblichen Unterrichts in den Berufsbildungszentren in Hildesheim oder Göttingen der Handwerkskammer. „Alle Betriebe, also auch die, die nicht ausbilden, sind Profiteure von Ausbildung. Denn schließlich brauchen alle früher oder später gut ausgebildete Gesellen. Somit ist es nur fair, dass Betriebe, die Verantwortung für die Ausbildung junger Menschen übernehmen, die Kosten nicht alleine stemmen müssen“, ergänzte Heidmann. Im Zusammenhang mit der Einführung der ÜLU-Umlage senkte die Handwerkskammer ihren Zusatzbeitrag von 1,29 % auf 1,04 %.

Zum Wirtschaftsplan 2022 insgesamt erklärte Heidmann: „Er sieht ein Volumen von rund 14,6 Millionen Euro vor und ist mit Blick auf die weiterhin anhaltende Corona-Pandemie, die sich auch auf die Einnahmen der Handwerkskammer auswirkt, von großer Vorsicht und Zurückhaltung hinsichtlich notwendiger Investitionen geprägt“. „Wir sind damit bislang gut durch die Pandemie gekommen“, sagte Heidmann. Da die Entwicklung der Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf das Handwerk aber nicht vorhersehbar seien, müsse der Gürtel im kommenden Jahr ebenso eng geschnallt bleiben wie bisher. Der Haushalt 2022 wurde von der Vollversammlung mit 30 Stimmen bei 6 Enthaltungen beschlossen.

Bildunterschrift: HWK-Präsident Roman: „Alle ausbildenden und nicht-ausbildenden Betriebe eines Handwerks sollen künftig die Ausbildungskosten der Kurse der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung in ihrem Gewerk tragen“

Bildquelle: HWK

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Stefan Pietsch

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