Putzbrunn, DEU, 29.07.2014, Schlagwort(e): Bau, Construction, Baustelle, Construction Site, Handwerk, Trade, HandwerkMarketing, Lachner, Maurer
argum / Falk Heller
Putzbrunn, DEU, 29.07.2014 Das Berufsbild des Maurers.

Konjunkturbericht für das 4. Quartal 2021

Die konjunkturelle Lage stabilisiert sich auf einem hohen Niveau, Wachstumstendenzen werde jedoch etwas gebremst. Einige Branchen bzw. Gewerke berichten von einer schlechteren Entwicklung im Berichtsquartal. // Von Vorsicht geprägte Aussicht für das 1. Quartal 2022. Tendenziell stabile Geschäftslage erwartet.

Die konjunkturelle Lage im Hildesheimer und Südniedersächsischen Handwerk befindet sich auch im 4. Quartal 2021 auf einem hohen Niveau, wenn auch niedriger als im Vorquartal. Das Wachstum der letzten beiden Quartale wird nicht fortgesetzt. Es scheint tendenziell eine Stabilisierung und Bremsung einzutreten. Die Einschätzungen vieler Betriebe sind grundsätzlich optimistisch gestimmt, sind jedoch vermehrt von stabilisierenden Tendenzen geprägt.  Die positive Entwicklung der vergangenen Quartale kann somit gefestigt werden und führt dennoch zu einer erfreulicheren Tendenz. Trotz der positiveren Umstände haben viele Betriebe nach wie vor durch vergangene und bestehende restriktive Einflüsse zu leiden und teilweise noch nicht die Konstitution wie vor der Pandemie erlangen können. Von den befragten Betrieben verzeichneten 56 % (65 %) eine gute, 32 % (28 %) eine befriedigende und 12 % (8 %) eine schlechte Geschäftslage. Der Geschäftslagenindikator erreichte 72 Punkte (79) und lag damit 14 Punkte über dem Vorjahreswert. Damit verbleibt die konjunkturelle Lage des Handwerks das dritte Quartal in Folge auf einem Niveau, welches in etwa dem vor den Zeiten der Pandemie entspricht. Die positiven Entwicklungstendenzen sollten jedoch im Hinblick auf die noch unsicheren zukünftigen Entwicklungen mit Vorsicht genossen werden. Es bleibt jedoch anzumerken, dass sich das Handwerk überwiegend auf einem hohen konjunkturellen Niveau befindet und in der Tendenz weiterhin positiv entwickelt. Es verzeichneten gegenüber dem Vorquartal 30 % (31 %) der Betriebe Umsatzsteigerungen, 29 % (22 %) Umsatzrückgänge. Der Umsatzindikator sinkt um 5 Punkte auf 50 Punkte (55), liegt damit allerdings deutlich mit 8 Punkten über dem Vorjahreswert von 42 Punkten. Die Beschäftigung blieb erfreulicherweise konstant. Die Betriebe haben überwiegend, 71 % (68 %), keine personellen Veränderungen vorgenommen. Fortlaufende und ergänzende Förderprogramme sollen die Wirtschaft weiterhin stärken und somit Arbeitsplätze sichern. Allerdings ist auch anzumerken, dass es in naher Zukunft vermehrt zu entsprechenden Prüfungen seitens der Zuschussmittelgeber kommen wird, um Überkompensationen von Fördergeldern auszuschließen. Die Auslastung des Personals betrug 85 % und befand sich mit 4 % über dem Niveau des Vorjahresquartals. Somit liegt die Auslastung auf dem Langzeitdurchschnitt von 85 %. Rund 43 % (56 %) der Betriebe waren nahezu voll ausgelastet bzw. arbeiteten mit Überstunden. Zum Vorquartal ein deutlicher Rückgang. Die niedrigere Auslastung beruht u.a. auf weiteren Verschärfungen der Corona-Regelungen sowie Materialengpässen. Im Berichtsquartal wurde eine gegenüber dem Vorquartal marginale höhere Auftragsreichweite verzeichnet. Es kann eine Erhöhung der Auftragsreichweite von 0,2 Wochen auf 8,7 Wochen festgestellt werden. Im Vorjahresquartal waren es rund 6,7 Wochen. Die Nachfrage nach handwerklichen Dienstleistungen bleibt also weiterhin hoch. Dennoch bestätigen die Auftragsbestands- und Auftragsentwicklungsindikatoren eine im Verhältnis zum Vorquartal rückläufige bzw. konstantere Beschäftigung. Der überwiegende Teil der Handwerksunternehmen verfolgt eine proaktive Preispolitik. Dies ist u.a. auf die teils deutlich gestiegenen Preise auf den Beschaffungsmärkten zurückzuführen. In Folge erhöhten 55 % (48 %) der Betriebe ihre Verkaufspreise, 42 % (50 %) vermieden eine Preisänderung. Einen kurzfristigen wesentlichen Rückgang der Nachfrage aufgrund von höheren Absatzpreisen, indiziert durch höhere Beschaffungspreise, konnte bisher nicht festgestellt werden. Der Einkaufsindikator ist gegenüber dem Vorquartal um 2 Punkte gestiegen und beträgt 94 Punkte (92). Damit befindet sich der Indikator mit 18 Punkten deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Der Indikator verbleibt damit weiterhin auf einem historischen Hoch. Im Berichtsquartal ist klar zu erkennen, dass der Preisdruck auf der Beschaffungsseite weiterhin hoch ist und darüber hinaus immer noch Engpässe in der Materialbeschaffung bestehen. Demnach berichten 89 % (85 %) der Betriebe von gestiegenen Einkaufspreisen. Die Investitionstätigkeit verzeichnet in der Tendenz eine konstante Entwicklung. Der Investitionsindikator betrug 53 Punkte (53) und war damit 7 Punkte höher als der Vorjahreswert. Der Anteil der Betriebe mit steigenden Investitionsbudgets lag bei 25 % (23 %), der Anteil mit sinkenden Ausgaben bei 18 % (18 %). Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Anteil investierender Betriebe mit 82 % (Vj: 73 %) deutlich erhöht.



Die Geschäftslage des Bauhauptgewerbes stabilisiert sich auf einem hohen Niveau, das Wachstum wird allerdings merkbar gebremst. 63 % der Betriebe berichten von einer guten Geschäftslage. Die Auslastung der Betriebe liegt bei 86 % und die Auftragsreichweite gehört mit 14 Wochen zu den Allzeithochs. 87 % der Betriebe berichten von gestiegenen Beschaffungspreisen.

Die konjunkturelle Lage des Ausbaugewerbes ist grundsätzlich positiv gestimmt. 78 % der Betriebe berichten von einer guten Geschäftslage. 38 % der Betriebe berichten von Umsatzzuwächsen. Die Auftragsreichweite liegt bei 11 Wochen. Die Auslastung beträgt 93 %. Nahezu alle Betriebe, 97 %, berichten von steigenden Einkaufpreisen.

Die Stimmung des Investitionsgüterhandwerks wirkt weiterhin freundlicher und kann sich stabilisieren. 44 % der Betriebe bewerten die Geschäftslage als gut. 25 % der Betriebe berichten von einer besseren, 45 % von einer konstanten Umsatzentwicklung. Die Auslastung liegt bei 87 %. 90 % berichten von gestiegenen Beschaffungspreisen.

Die konjunkturelle Entwicklung des Kfz-Handwerks zeigt eine gute Entwicklung auf. 49 % der Betriebe berichten von einer guten Geschäftslage. 36 % der Betriebe weisen eine bessere Umsatzentwicklung auf. 33 % berichten von stabilen Umsätzen. 71 % der Unternehmen erhöhten die Verkaufspreise. Die Auslastung liegt bei 82 %. 84 % der Betriebe berichten von höheren Beschaffungspreisen.

Die konjunkturelle Entwicklung des Konsumgüter- und Dienstleistungshandwerks hat sich im 4. Quartal 2021 gegenüber dem Vorquartal wieder deutlich verschlechtert. Lediglich 27 % der Betriebe berichten von einer besseren, 32 % von einer schlechteren Geschäftslage. Nur 17 % berichten von einer positiveren, 48 % von einer schlechteren Umsatzentwicklung. Der Auslastungsgrad liegt bei 70 %. Die Auftragsreichweite hat sich dennoch erhöhen können. Insgesamt weist diese Branche eine (temporäre) negative Lage im 4. Quartal 2021 auf.

Die konjunkturelle Lage des Nahrungsmittelhandwerks ist negativer gestimmt. Nach einem besseren 3. Quartal hat sich die Geschäftslage verschlechtert. Lediglich 11 % der Betriebe meldeten eine bessere, 33 % eine schlechtere Geschäftslage. Nur 11 % berichten von einer besseren, 56 % von einer konstanten Umsatzentwicklung. Die Auslastung liegt bei 67 %. Alle Betriebe haben die bestehende Personalstruktur aufrechterhalten. Der überwiegende Anteil der Betriebe, 67 %, berichtet von einer konstanteren Auftragsentwicklung.

Die Entwicklung der Geschäftslage des Gesundheitshandwerks ist gegenüber dem Vorquartal etwas unfreundlicher eingeschätzt worden, befindet sich dennoch weiterhin auf einem hohen Niveau. 43 % der Betriebe berichten von einer guten Geschäftslage. 38 % der Betriebe berichten von gestiegenen, 31 % von gesunkenen Umsätzen. Der Auftragsbestand (zu dieser Jahreszeit) ist positiver und die Auftragsentwicklung schlechter bewertet worden. Die Auslastung liegt bei 88 %.

Im regionalen Vergleich weisen die konjunkturellen Entwicklungen (Geschäftslage) in den Regionen Göttingen und Northeim, im Verhältnis zum Gesamtdurchschnitt, ein überdurchschnittliches Niveau auf. Die Region Hildesheim befindet sich knapp unter dem Niveau des Gesamtdurchschnitts. Die Landkreise Holzminden und Osterode liegen ebenfalls knapp unter dem Niveau des Durchschnitts. Alle Landkreise weisen eine ähnliche Entwicklung auf, so dass keine wesentlichen Ausreißer ersichtlich sind.

Blum

Patrick Blum

Betriebswirtschaftliche Beratung

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