Putzbrunn, DEU, 29.07.2014, Schlagwort(e): Bau, Construction, Baustelle, Construction Site, Handwerk, Trade, HandwerkMarketing, Lachner, Maurer
argum / Falk Heller
Putzbrunn, DEU, 29.07.2014 Das Berufsbild des Maurers.

Konjunkturbericht für das 4. Quartal 2020

Die konjunkturelle Lage wirkt nach leichter Erholung wieder angespannter, befindet sich jedoch grundsätzlich noch auf einem verhältnismäßig hohen Niveau. Der tendenzielle Erholungskurs wird allerdings gebremst. Die (behördlichen) Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie belasten einige Gewerke teils schwerwiegend. // Die Aussicht für das 1. Quartal 2021 ist tendenziell von Unsicherheit geprägt.

Die konjunkturelle Lage im Hildesheimer und Südniedersächsischen Handwerk wirkt im 4. Quartal 2020 angespannter und weist einen rückgängigen Verlauf auf. Die Einschätzungen vieler Betriebe sind weniger freundlich gestimmt und führen allgemeinen zu einer rückläufigen Entwicklung. Die leichte Erholung der vergangenen Quartale kann nicht aufrechterhalten werden. Wie bereits im Vorquartalsbericht angedeutet, haben viele Betriebe nach wie vor durch vergangene und bestehende restriktive Einflüsse zu leiden. Nicht zu vernachlässigen sind jedoch auch Einflüsse der saisonalen Gegebenheiten. Die im 3. Quartal 2020 tendenziell besseren Einschätzungen können vorerst nicht weiter ausgebaut werden. Von den befragten Betrieben verzeichneten 43 % (52 %) eine gute, 29 % (32 %) eine befriedigende und 27 % (16 %) eine schlechte Geschäftslage. Der Geschäftslagenindikator erreichte 58 Punkte (68) und lag damit 21 Punkte unter dem Vorjahreswert. Damit verbleibt die konjunkturelle Lage des Handwerks auf einem im Verhältnis zu den letzten Jahren niedrigeren Niveau. Die Erholungstendenzen der letzten Quartale können somit nicht fortgeführt werden. Es verzeichneten gegenüber dem Vorquartal 22 % (25 %) der Betriebe Umsatzsteigerungen, 39 % (32 %) Umsatzrückgänge. Der Umsatzindikator sinkt um 5 Punkte auf 42 Punkte (47) und liegt damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 56 Punkten. Die Beschäftigung blieb erfreulicherweise relativ konstant. Die Betriebe haben überwiegend, 77 % (71 %), keine personellen Veränderungen vorgenommen. Dieser Umstand zeigt auf, dass die Maßnahmen zur Haltung von Personal, wie z.B. Kurzarbeit, aber auch liquiditätsfördernde Zuschüsse, Darlehen sowie Sozialversicherungs- und Steuererleichterungen wichtige und wirksame Instrumentarien waren und sind.

Allerdings ist auch hier anzumerken, dass viele Betriebe aufgrund der späten Auszahlung von öffentlichen Hilfen immer mehr in Bedrängnis geraten und Liquiditätsprobleme aufweisen. Dieser Umstand ist insbesondere bei den behördlich geschlossenen personennahen Dienstleistungshandwerken vorzufinden. Fortlaufende und ergänzende Förderprogramme sollen die Wirtschaft weiterhin stärken. Die Auslastung des Personals betrug 81 % und damit 5 Prozentpunkte weniger als im Vorquartal. Der Langzeitdurchschnitt von 85 % wird somit mal wieder unterschritten. Die niedrigere Auslastung ist auch hier im Wesentlichen sowohl auf die coronabedingten als auch saisonalen Effekte zurückzuführen. Diese Umstände führten u.a. zu einer verhältnismäßig geringen Auftragsreichweite im Berichtsquartal. Es kann ein Rückgang von 0,3 Wochen auf 6,7 Wochen festgestellt werden. Im Vorjahresquartal waren es noch 8,2 Wochen. Dennoch ist nach wie vor ein deutlicher Nachfrageüberhang sowie die Herausforderung des Fachkräftebedarfs bemerkbar. In einigen Gewerken, sollten die Beschränkungen gelockert werden können, ist mit einem deutlichen Nachholeffekt zu rechnen. Der überwiegende Teil der Handwerksunternehmen verfolgt, wie schon in den Vorquartalen, eine konstantere Preispolitik. Der Einkaufsindikator ist ggü. dem Vorquartal deutlich um 9 Punkte gestiegen und befindet sich mit 76 Punkten 4 Punkten unter dem Niveau des Vorjahres. Im Berichtsquartal ist zu erkennen, dass der Preisdruck auf der Beschaffungsseite größer geworden ist. Der Anteil der Betriebe mit steigenden Investitionsbudgets lag bei 19 % (18 %), der Anteil mit sinkenden Ausgaben bei 27 % (26 %). %). Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Anteil investierender Betriebe mit 73 % (Vj: 86 %) verringert. Es bleibt abzuwarten, welchen Einfluss die weitere wirtschaftliche Entwicklung auf die zukünftige Investitionsbereitschaft nimmt.

Die Geschäftslage des Bauhauptgewerbes bleibt auf einem hohen Niveau. Es sind aber auch negative Entwicklungen und Tendenzen erkennbar. Dies ist jedoch auch u.a. auf saisonale Einflüsse zurückzuführen. 57 % der Betriebe berichten von einer guten Geschäftslage. Die Auslastung der Betriebe liegt bei 86 %.

Die konjunkturelle Lage des Ausbaugewerbes ist gegenüber dem Vorquartal ebenfalls verhältnismäßig zurückhaltender gestimmt. Aber auch hier ist der Einfluss eines saisonalen Effekts zu berücksichtigen. 62 % der Betriebe berichten von einer guten Geschäftslage. 32 % der Betriebe berichten von Umsatzzuwächsen. Die Auftragsreichweite liegt bei 8,5 Wochen.

Die Stimmung des Investitionsgüterhandwerks wirkt etwas besser, ist jedoch weiterhin angespannter. 34 % der Betriebe bewerten die Geschäftslage als schlecht. 44 % der Betriebe berichten von Umsatzrückgängen. Die Auslastung ist mit 81 % verhältnismäßig niedrig.

Die konjunkturelle Entwicklung des Kfz-Handwerks hat sich etwas stabilisieren können. 37 % der Betriebe meldeten für das 4. Quartal eine gute Geschäftslage. Jedoch berichten 39 % der Betriebe von Umsatzrückgängen. Die Auslastung beträgt 76 %.

Die konjunkturelle Entwicklung des Konsumgüter- und Dienstleistungshandwerks ist im 4. Quartal eingebrochen. Dieser Umstand ist insbesondere auf die behördlichen Schließungen der Kosmetiker (seit Anfang November 2020) und Friseure (seit Mitte Dezember 2020) zurückzuführen. Andere Gewerke dieser Branche sind ebenfalls durch andere Einschränkungen erheblich belastet. 74 % der Betriebe berichten von einer schlechten Geschäftslage. 86 % berichten von einer negativen Umsatzentwicklung.

Die konjunkturelle Lage des Nahrungsmittelhandwerks hat sich gegenüber dem 3. Quartal etwas verbessern können. Die Mehrheit der Betriebe, 44 %, berichtet von einer besseren Geschäftslage. 63 % berichten von gestiegenen Umsätzen. 87 % der Betriebe hielten die Beschäftigungsstruktur bzw. -anzahl konstant.

 Die Entwicklung der Geschäftslage des Gesundheitshandwerks wirkt gegenüber dem Vorquartal angespannter. Lediglich 38 % der Betriebe berichten von einer guten Geschäftslage. 47 % berichten von rückläufigen Umsätzen. Der Auftragsbestand und die Auftragsentwicklung sind der Lage entsprechend negativer beurteilt worden. Die Auslastung ist auf 78 % gesunken.

Im regionalen Vergleich weist die konjunkturelle Entwicklung (Geschäftslage) in der Region Holzminden, im Verhältnis zum Gesamtdurchschnitt, ein deutlich überdurchschnittliches Niveau auf. Ähnliche Entwicklungen weisen die Regionen Osterode am Harz sowie Northeim auf. Die Region Hildesheim befindet knapp unter dem Niveau des Gesamtdurchschnitts. Die Entwicklung in der Region Göttingen liegt deutlich unter dem Niveau des Gesamtdurchschnitts.



Archiv Konjunkturberichte

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Patrick Blum

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