Putzbrunn, DEU, 29.07.2014, Schlagwort(e): Bau, Construction, Baustelle, Construction Site, Handwerk, Trade, HandwerkMarketing, Lachner, Maurer
argum / Falk Heller
Putzbrunn, DEU, 29.07.2014 Das Berufsbild des Maurers.

Konjunkturbericht für das 2. Quartal 2020

Weiterhin angespannte und von Unsicherheit geprägte konjunkturelle Lage. Die Covid-19 Pandemie belastet einige Branchen und Gewerke teilweise stark. Andere können etwas aufatmen. Freundlichere Geschäftslage für das 3. Quartal 2020 erwartet.

Aufgrund der abflachenden Auswirkungen der Einschränkungen durch die Covid-19 Pandemie ist die konjunkturelle Lage im Hildesheimer und Südniedersächsischen Handwerk im 2. Quartal 2020, ggü. dem 1. Quartal 2020, besser, jedoch weiterhin partiell pessimistisch gestimmt. Von den befragten Betrieben verzeichneten 47 % (Voriges Quartal: 34 %) eine gute, 29 % (36 %) eine befriedigende und 24 % (29 %) eine schlechte Geschäftslage. Der Geschäftslagenindikator erreichte 62 Punkte (52) und lag damit 17 Punkte unter dem Vorjahreswert. Damit verbleibt die konjunkturelle Lage des Handwerks auf einem im Verhältnis zu den letzten Jahren deutlich niedrigeren Niveau, jedoch zeigen sich Erholungstendenzen. Der starke und intensive Einbruch im 1. Quartal 2020 kann teilweise, durch eine bessere Einschätzung im Berichtsquartal, gebremst werden und behält die Intensität erfreulicherweise nicht bei.  Es bleibt festzuhalten, dass sich das Handwerk, trotz Krisenlage, weiterhin auf einem hohen konjunkturellen Niveau befindet und sich schon bei vergangenen Krisen erfahrungsgemäß sehr gut behaupten konnte. Allerdings kann auch beobachtet werden, dass die Indikatoren (gleitenden Durchschnitte) klare negative Bewegungen aufzeigen und dass zumindest das starke Wachstum der vergangenen Jahre vorerst an Schwung verloren hat. Es verzeichneten gegenüber dem Vorquartal 24 % (8 %) der Betriebe Umsatzsteigerungen, 42 % (50 %) Umsatzrückgänge. Die Beschäftigung blieb erfreulicherweise relativ konstant. Die Betriebe haben überwiegend, 74 % (81 %), keine personellen Veränderungen vorgenommen.

Dieser Umstand zeigt auf, dass die Maßnahmen zur Haltung von Personal, wie z.B. Kurzarbeit, aber auch liquiditätsfördernde Zuschüsse, Darlehen sowie Sozialversicherungs- und Steuererleichterungen wichtige und wirksame Instrumentarien waren und sind. Die Auslastung des Personals betrug 82 % und damit 10 Prozentpunkte weniger als im Vorquartal. Der Langzeitdurchschnitt von 85 % kann noch nicht erreicht werden. Die kundenseitigen Stornierungen, Tätigkeitsverbote gewisser Gewerke und weitere Einschränkungen führten im 2. Quartal 2020 mit 6,7 Wochen zu einer verhältnismäßig geringeren Auftragsreichweite. Allerdings ist zu betonen, dass ggü. dem 1. Quartal 2020 eine Zunahme von 0,8 Wochen zu verzeichnen ist und damit 1,6 Wochen unter dem Vorjahresniveau liegt. Der überwiegende Teil der Handwerksunternehmen verfolgt, wie schon in den Vorquartalen, eine konstantere Preispolitik. Ein Fünftel der Betriebe konnte am Markt höhere Preise durchsetzen. 72 % (69 %) vermieden eine Preisänderung. Der Einkaufsindikator ist ggü. dem Vorquartal lediglich um 2 Punkte gefallen und befindet sich mit 69 Punkten 9 Punkte unter dem Niveau des Vorjahres. Trotz alledem sind die Handwerksbetriebe auf der Beschaffungsseite weiterhin hohem Preisdruck ausgesetzt. Die Investitionstätigkeit im Bereich der Erweiterung verzeichnet in der Tendenz eine positivere Entwicklung. Der Investitionsindikator betrug 43 Punkte (43) und war damit 9 Punkte niedriger als der Vorjahreswert. Der Anteil der Betriebe mit steigenden Investitionsbudgets lag bei 20 % (16 %), der Anteil mit sinkenden Ausgaben bei 33 % (29 %). Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Anteil investierender Betriebe mit 66 % (Vj: 84 %) deutlich verringert. Im Wesentlichen haben 58 % der Handwerksunternehmen Ersatzinvestitionen und 26 % Erweiterungsinvestition vorgenommen. Es bleibt abzuwarten ob mittelfristig, abhängig von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung, mit weiteren Rückgängen bei der Investitionsbereitschaft zu rechnen ist.

 Die Geschäftslage des Bauhauptgewerbes bleibt auf einem hohen Niveau, weist aber dennoch eine verhältnismäßig negative Entwicklung auf. 58 % der Betriebe berichten von einer guten Geschäftslage. Die Auftragsreichweite hat sich um 2,1 Wochen auf 12,6 Wochen erhöht.

Die konjunkturelle Lage des Ausbaugewerbes ist ggü. dem Vorquartal positiver gestimmt, weist jedoch ebenfalls eine negative Entwicklung auf. 30 % der Betriebe berichten von Umsatzzuwächsen, 52 % von konstanten Auftragseingängen. Die überwiegende Anzahl der Betriebe, 72 %, berichtet von einer konstanten Beschäftigungslage.

Die Stimmung des Investitionsgüterhandwerks wirkt weiterhin angespannt. 33 % der Betriebe bewerten die Geschäftslage als schlecht. 53 % der Betriebe berichten von Umsatzrückgängen. Knapp die Hälfe der Betriebe, 54 %, klagen über eine rückläufige Auftragslage.

Die konjunkturelle Entwicklung des Kfz-Handwerks hat sich ggü. dem Vorquartal teilweise deutlich verbessern können, befindet sich jedoch weiterhin in einer angespannten Phase. 45 % der Betriebe berichten von einer guten Geschäftslage. 43 % klagen über Umsatzrückgänge. Weitere 43 % gaben an, die Investitionsausgaben reduzieren zu müssen.

Die Stimmung des Konsumgüter- und Dienstleistungshandwerks ist nach wie vor negativ. Dieser Umstand ist insbesondere auf explizite Tätigkeitsverbote in der Branche zurückzuführen. 51 % der Betriebe berichten von einer schlechten Geschäftslage, 73 % von Umsatz-, 61 % von Auftragsrückgängen. Die Auftragsreichweite ist ggü. dem Vorquartal um 1,3 Wochen gestiegen. Eine leichte Erholung ist aufgrund der Lockerungen der Einschränkungen zu erkennen.

Die konjunkturelle Lage des Nahrungsmittelhandwerks kann sich etwas stabilisieren. Die Mehrheit der Betriebe, 56 %, berichtet von einer guten Geschäftslage. 78 % führten keine Personalveränderungen durch. Allerdings berichten 22 % Personal abgebaut zu haben. 44 % der Betriebe berichten von Umsatzzuwächsen.

Die Geschäftslage des Gesundheitshandwerks ist ebenfalls betroffen. 38 % der Betriebe berichten von einer schlechteren Geschäftslage, 73 % von rückgängigen Umsätzen und 64 % von Auftragsrückgängen. Die überwiegende Beschäftigtenstruktur ist konstant geblieben, jedoch berichten 33 % von Beschäftigungsabbau.





Archiv Konjunkturberichte

Blum

Patrick Blum

Betriebswirtschaftliche Beratung

Braunschweiger Straße 53
31134 Hildesheim
Tel. 05121 162-172
Fax 05121 703432
patrick.blum--at--hwk-hildesheim.de