Putzbrunn, DEU, 29.07.2014, Schlagwort(e): Bau, Construction, Baustelle, Construction Site, Handwerk, Trade, HandwerkMarketing, Lachner, Maurer
argum / Falk Heller
Putzbrunn, DEU, 29.07.2014 Das Berufsbild des Maurers.

Konjunkturbericht für das 2. Quartal 2021

Die konjunkturelle Lage hat sich teils deutlich erholen können und wirkt insgesamt freundlicher. Erste nachhaltige positive Entwicklungstendenzen auch bei stärker betroffenen Branchen und Gewerken ersichtlich. // Die Aussicht für das 3. Quartal 2021 ist überwiegend von Vorsicht geprägt. Es wird eine stabile Geschäftslage erwartet.

Die konjunkturelle Lage im Hildesheimer und Südniedersächsischen Handwerk hat sich im 2. Quartal 2021 deutlich erholen können und wirkt gegenüber dem Vorquartal insgesamt freundlicher und stabiler. Die stabilere Entwicklung der vergangenen Quartale kann ausgebaut werden und führt zu einer freundlicheren Tendenz. Trotz der positiveren Umstände haben viele Betriebe dennoch nach wie vor durch vergangene und bestehende restriktive Einflüsse zu leiden und teilweise noch nicht die Konstitution wie vor der Pandemie erreichen können. Von den befragten Betrieben verzeichneten 60 % (44 %) eine gute, 31 % (29 %) eine befriedigende und 9 % (27 %) eine schlechte Geschäftslage. Der Geschäftslagenindikator erreichte 75 Punkte (59) und lag damit 13 Punkte über dem Vorjahreswert. Damit erreicht die konjunkturelle Lage des Handwerks erstmalig wieder ein Niveau, welches dem vor den Zeiten der Pandemie ähnelt. Die positiven Entwicklungstendenzen sollten jedoch im Hinblick auf die noch unsicheren zukünftigen Entwicklungen mit Vorsicht genossen werden. Es verzeichneten gegenüber dem Vorquartal 32 % (18 %) der Betriebe Umsatzsteigerungen, 16 % (45 %) Umsatzrückgänge. Der Umsatzindikator steigt deutlich um 21 Punkte auf 58 Punkte (37) und liegt damit ebenfalls deutlich über dem Vorjahreswert von 41 Punkten. Die Beschäftigung blieb erfreulicherweise konstant. Die Betriebe haben überwiegend, 74 % (77 %), keine personellen Veränderungen vorgenommen. Die Auslastung des Personals betrug 90 % und damit 8 Prozentpunkt mehr als im Vorquartal. Der Langzeitdurchschnitt von 85 % wird somit deutlich überschritten. Im Verhältnis zu den letzten Jahren waren rund 58 % (40 %) der Betriebe nahezu voll ausgelastet bzw. arbeiteten mit Überstunden. Zum Vorquartal eine deutliche Zunahme. Der Anstieg gegenüber dem Vorquartal lässt sich u.a. auf bessere saisonale Bedingungen und gelockerte (Corona-)Einschränkungen zurückführen. Im Berichtsquartal wurde eine gegenüber dem Vorquartal höhere Auftragsreichweite verzeichnet. Es kann ein Anstieg von 2 Wochen auf 9,6 Wochen festgestellt werden. Im Vorjahresquartal waren es 6,7 Wochen. Die Werte der Auftragsbestand- und Auftragsentwicklungsindikatoren bestätigen eine positive Entwicklung der Lage. Der überwiegende Teil der Handwerksunternehmen verfolgt eine proaktive Preispolitik. Dies ist u.a. auf die teils deutlich gestiegenen Preise auf den Beschaffungsmärkten zurückzuführen. In Folge erhöhten 53 % (37 %) der Betriebe ihre Verkaufspreise, 46 % (59 %) vermieden eine Preisänderung. Der Einkaufsindikator ist gegenüber dem Vorquartal um 4 Punkte gestiegen und befindet sich mit 92 Punkten 23 Punkte über dem Niveau des Vorjahres. Der Indikator erreicht damit ein, nach bereits letztem Quartal, weiteres historisches Hoch. Im Berichtsquartal ist klar zu erkennen, dass der Preisdruck auf der Beschaffungsseite deutlich gestiegen ist und darüber hinaus Engpässe in der Materialbeschaffung bestehen. Demnach berichten 86 % (77 %) der Betriebe von gestiegenen Einkaufspreisen. Die politischen Diskussionen und Versuche die Ursachen zu identifizieren und Lösungen zu finden sind in vollem Gange. Die Investitionstätigkeit im Bereich der Erweiterung verzeichnet in der Tendenz eine positive Entwicklung. Der Investitionsindikator betrug 52 Punkte (48) und war damit 9 Punkte höher als der Vorjahreswert. Der Anteil der Betriebe mit steigenden Investitionsbudgets lag bei 23 % (21 %), der Anteil mit sinkenden Ausgaben bei 19 % (25 %). Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Anteil investierender Betriebe mit 81 % (Vj: 67 %) deutlich erhöht.

 

Die Geschäftslage des Bauhauptgewerbes ist wieder auf einem hohen Niveau angekommen. Die noch etwas konservativen Entwicklungen letzter Quartale können somit ausgebaut werden. 69 % der Betriebe berichten von einer guten Geschäftslage. Die Auslastung der Betriebe liegt bei 98 % und die Auftragsreichweite gehört mit 15,5 Wochen zu den Allzeithochs. 95 % der Betriebe berichten von gestiegenen Beschaffungspreisen.

Die konjunkturelle Lage des Ausbaugewerbes ist ebenfalls positiver gestimmt. 80 % der Betriebe berichten von einer guten Geschäftslage. 33 % der Betriebe berichten von Umsatzzuwächsen. Die Auftragsreichweite liegt bei 11,8 Wochen und entspricht einem historischen Allzeithoch. Die Auslastung beträgt 96 %. Nahezu alles Betriebe, 98 %, berichten von steigenden Einkaufpreisen.

Die Stimmung des Investitionsgüterhandwerks wirkt freundlicher und zeigt positive Tendenzen auf. 44 % der Betriebe bewerten die Geschäftslage als gut. 36 % der Betriebe berichten von einer besseren und gestiegenen Umsatzentwicklung. Die Auslastung liegt mit 90 % deutlich über der des Vorquartals. 85 % berichten von gestiegenen Beschaffungspreisen.

Die konjunkturelle Entwicklung des Kfz-Handwerks zeigt eine deutlich bessere Entwicklung auf. 43 % der Betriebe berichten von einer guten Geschäftslage. Der überwiegende Teil der Betriebe, 60 %, weist eine stabile Umsatzentwicklung auf. 50 % der Unternehmen erhöhten die Verkaufspreise. Die Auslastung liegt bei 80 %. 83 % der Betriebe berichten von höheren Beschaffungspreisen.

Die konjunkturelle Entwicklung des Konsumgüter- und Dienstleistungshandwerks konnte sich im 2. Quartal 2021 gegenüber dem Vorquartal deutlich verbessern bzw. stabilisieren. Nach wie vor sind die aktuellen Einschränkungen und die Nachwehen zu spüren. Die besseren Einschätzungen müssen somit immer in Relation betrachtet werden. 52 % der Betriebe berichten von einer stabileren Geschäftslage. 37 % berichten von einer positiveren Umsatzentwicklung. Der Auslastungsgrad liegt bei 74 %. Die Auftragsreichweite ist deutlich besser beurteilt worden. Insgesamt weist diese Branche erste deutliche Erholungstendenzen auf.

Die konjunkturelle Lage des Nahrungsmittelhandwerks ist freundlicher gestimmt. Nach einem schlechteren 1. Quartal hat sich die Geschäftslage verbessern können. 50 % der Betriebe meldeten eine bessere Geschäftslage. 63 % berichten von einer stabilen Umsatzentwicklung. Die Auslastung liegt bei 88 %. Der überwiegende Anteil der Betriebe, 50 %, berichtet von einer konstanteren Auftragsentwicklung.

Die Entwicklung der Geschäftslage des Gesundheitshandwerks ist gegenüber dem Vorquartal wesentlich besser eingeschätzt worden. 67 % der Betriebe berichten von einer guten Geschäftslage. 50 % berichten von steigenden Umsätzen. Der Auftragsbestand und die Auftragsentwicklung sind deutlich positiver bewertet worden. Die Auslastung liegt bei 93 %.

 

Im regionalen Vergleich weist die konjunkturelle Entwicklung (Geschäftslage) in der Region Holzminden, im Verhältnis zum Gesamtdurchschnitt, ein überdurchschnittliches Niveau auf. Die Regionen Osterode am Harz und Hildesheim befinden sich knapp unter dem Niveau des Gesamtdurchschnitts. Die Landkreise Göttingen und Northeim liegen auf dem Niveau des Durchschnitts. Alle Landkreise weisen eine ähnliche Entwicklung auf, so dass keine wesentlichen Ausreißer ersichtlich sind.



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Patrick Blum

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