Vera Razat (li.), Pädagogin bei der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen, und Dipl. Verwaltungswirt Rudolf Töpfer (re.), Berater für berufliche Rehabilitation, mit Mike Savic, der aktuell eine BaE-Ausbildung zum Hochbaufacharbeiter absolviert.
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Vera Razat (li.), Pädagogin bei der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen, und Dipl. Verwaltungswirt Rudolf Töpfer (re.), Berater für berufliche Rehabilitation, mit Mike Savic, der aktuell eine BaE-Ausbildung zum Hochbaufacharbeiter absolviert.

Chancen im Handwerk - Noch freie Plätze bei beruflicher Rehabilitation

Am 1. Oktober startet ein von der Agentur für Arbeit in Göttingen initiiertes und finanziertes integratives Ausbildungsprojekt im Maurer- und Zimmererhandwerk in den Berufsbildungszentren Hildesheim-Göttingen am Standort Göttingen.

"Jugendliche haben die Qual der Wahl, ob sie sich mit Blick auf die Bauhandwerke eher für den Beruf des Maurers oder des Zimmerers begeistern können", erzählt Vera Razat, Pädagogin bei der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen. Bereits seit Jahren werden an den beiden Standorten der Berufsbildungszentren spezielle Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation durchgeführt, mit dem Ziel, Jugendlichen mit Förderbedarf eine Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen. Neu sind in diesem Zusammenhang zwei theoriereduzierte Ausbildungsberufe zum Fachpraktiker im Maurerhandwerk und zum Fachpraktiker im Zimmererhandwerk.

"Ziel dieser Berufsausbildungen ist es, junge Menschen mit Lernschwäche in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren", berichtet Rudolf Töpfer, Berater für berufliche Rehabilitation bei der Agentur für Arbeit in Göttingen. Die Bezeichnung Fachpraktiker deutet dabei bereits auf den starken Praxisbezug dieser neuartigen Ausbildungsberufe hin. "Die Reduzierung der theoretischen Lerneinheiten in diesen beiden Bauberufen liegt auf der Hand: Betriebe, die zunehmend nach kompetenten Facharbeitern suchen, brauchen keine Leute, die super in Rechtschreibung oder Geschichte sind, sondern solche mit gutem räumlichen Vorstellungsvermögen", erklärt Töpfer. "Und viele dieser ungeschliffenen Diamanten, die Freude an handwerklicher Arbeit haben, findet man auch unter Jugendlichen, die die Schule ohne Abschluss verlassen, eine Sonderschule besucht oder einen mittelmäßigen Hauptschulabschluss erworben haben."

Die dreijährige Ausbildung findet zum überwiegenden Teil in den Werkstätten des Berufsbildungszentrums der Handwerkskammer statt. Die Anbindung an die Unternehmen der Region erfolgt während der Ausbildung durch mehrere integrierte betriebliche Praktika. Komplettiert wird die Lehre zudem durch zwei reguläre Berufsschultage die Woche. "Dieses Angebot an außerbetrieblichen Ausbildungen bedeutet auch, dass wir allen Jugendlichen Chancen eröffnen möchten. Auch die Jugendlichen, die vielleicht einmal den Anschluss in der Schule verpasst haben, sollen die Möglichkeit auf ein selbstbestimmtes Leben erhalten – und zwar dank solider Berufsausbildung", ergänzt Vera Razat.

Angefangen beim Erstkontakt bis hin zur Entlohnung wird die Maßnahme vollständig über die Agentur für Arbeit in Göttingen abgewickelt. "Während der Ausbildung übernimmt die Agentur für Arbeit sowohl das Ausbildungsgeld als auch die Fahrkosten für die Jugendlichen", weiß Rudolf Töpfer. Aktuell sind in beiden Ausbildungsberufen noch insgesamt acht Plätze frei. Jugendliche, die sich für die Materialien Stein oder Holz begeistern können und Spaß an der Arbeit mit den eigenen Händen haben, melden sich ab sofort gern bei der Agentur für Arbeit in Göttingen.

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Elke Scherer

Fachbereichsleiterin - BBZ-Werkstätte Dienstleistungshandwerk und
Fachbereichsleiterin - BBZ-Werktätte Bau/Farbe/Holz

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