Statement Roman: Handwerk begrüßt mehr Berufsorientierung an Gymnasien

"Anhebung des Kultusministeriums auf 25 Praxistage ist Minimum. Keine Experimente: ausschließlich theoretische Projekttage oder der Besuch von Messen ersetzen nicht die echte betriebliche Praxis."

Delfino Roman, Präsident der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen, zur Anhebung der Praxistage für die schulische Berufsorientierung:

„Bislang war der Bezug niedersächsischer Gymnasiast*innen zu den beruflichen Möglichkeiten, die eine Ausbildung bietet, tatsächlich sehr überschaubar. 10 Tage in nur einem Betrieb und einem potentiellen Ausbildungsberuf standen in keiner Relation zu den rund 130 Handwerksberufen und den zahlreichen Studiengängen, zwischen denen Schulabgänger*innen wählen dürfen.

Die Anhebung auf insgesamt 25 Praxistage an Gymnasien und Gesamtschulen ist für uns ein Bekenntnis der Landesregierung zur dualen Bildung. Ganz besonders an Gymnasien geht es auf Seiten der Schüler*innen, Eltern und Lehrer*innen auch darum, Vorbehalte und Barrieren gegenüber Karrieren der beruflichen Bildung abzubauen. Handwerker*innen können beruflich genauso erfolgreich sein wie Hochschulabsolvent*innen, und sie treten entsprechend früher ins Berufsleben ein. Ganz nebenbei bemerkt ist die Arbeitslosenquote in keiner Berufsgruppe geringer als bei Techniker*innen und Handwerksmeister*innen.

Es bleibt abzuwarten, ob die Maßnahme der Aufstockung auf 25 Praxistage genügt, um den Schüler*innen hinreichende Orientierungshilfen an die Hand zu geben. Die punktuellen Besuche von Berufsmessen oder Projekttage, die nur im Schulgebäude stattfinden, sind aus unserer Sicht kein Ersatz für praktische Erfahrungen. Ordentlich vorbereitete Praktika, also echte betriebliche Praxis, darf nicht durch theoretische Ersatzleistungen umgangen werden.“