Hochwasser bei Firma RAPIRO Gaustechnik Foto: Gossmann
Chris Gossmann / chrisgossmann.de
Hochwasser bei Firma RAPIRO Gaustechnik Foto: Gossmann

Nach der Flut

Die Pegelstände in den Überschwemmungsgebieten sind gesunken. Was bleibt sind vielfältige und teilweise gravierende Schäden, die es auch vielen Handwerks­betrieben unmöglich machen ihre Werkstätten zu nutzen, Aufträge zu erledigen oder ihre Mitarbeiter einzusetzen. Folgeprobleme gibt es zuhauf. Hilfe ist von der Politik angekündigt worden. Aber wie kann sie aussehen, wo ist sie zu beantragen?

Die Handwerkskammer hat bereits in der letzten Juliwoche allen Handwerksbetrieben in einer großen Mailingaktion ihre Unterstützung angeboten. Frank Hilmer, betriebswirtschaftlicher Berater der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen, sammelt nun die Rückmeldungen und bietet konkrete Unterstützung bei der Durchsetzung von Rechten und der Beantragung von finanziellen Hilfen.
Rund 30 Betriebe haben sich bislang bei der Handwerkskammer gemeldet. Auf dem „Wunschzettel“ der Betriebe stehen unbürokratische Unterstützungsleistungen zum Ausgleich von Umsatzeinbrüchen unter anderem durch Kurzarbeitszeit und Produktionsausfälle, Renovierungs- und Sanierungskosten der Betriebsstätte sowie anfallende Kosten zur Wiederbeschaffung der Betriebsausstattung.

In Kürze will das Land ein Antragsformular für Hilfen, voraussichtlich auf der Internetseite des Umweltministers, bereitstellen. Sobald dieses Formular verfügbar ist, wird die Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen die betroffenen Handwerksbetriebe informieren und bei der Antragsanstellung unterstützen.
Frank Hilmer besuchte drei betroffene Betriebe. „Innerhalb von 15 Minuten stand das Wasser 50 cm hoch in den Büroräumen“, so Roland Wagner, Geschäftsführer von RAPIRO Haustechnik in Groß Düngen. Momentan sehen die Geschäfts-räume im Erdgeschoss nach Rohbau aus. Von den insgesamt 270 Beschäftigten mussten 40 Mitarbeiter übergangsweise in nicht betroffene Räume ausweichen oder ihre Arbeit in Containern auf dem Gelände fortsetzen. In den Lagerräumen stand das Wasser sogar 80 cm hoch. Die Ware, die gerettet werden konnte, wird nun auf engerem Raum provisorisch zwischengelagert. Nach einer Woche ohne Strom war an Kurzarbeit jedoch nicht zu denken, da neben dem täglichen Geschäft nun auch in den eigenen Räumen viel Arbeit auf den SHK-Betrieb zukam. Wagner rechnet nicht damit, dass noch in diesem Jahr der Normalbetrieb einkehren wird.

In der Filiale des WarneBäckers Zieseniß in Bad Salzdetfurth befindet sich kein Inventar mehr, da alles rausgerissen wurde, nachdem das Wasser durch die Bauelemente in die Bäckerei floss. Das Hochwasser richtete einen Material- und Sachschaden in Höhe von 75.000,00 € an. Für Zieseniß kommen die Dienstausfälle von drei Bäckereifachverkäuferinnen und die Kurzarbeit in der Backstube hinzu. Der Geschäftsführer rechnet damit, dass frühestens Mitte Oktober der Betrieb, wie gewohnt, weitergeführt werden kann. Bis dahin müssen die Kunden jedoch nicht auf frische Backwaren verzichten, da der Verkauf übergangsweise in einem Container in unmittelbarer Nähe des Geschäftes fortgesetzt wird. Die Filiale in Langenholzen war nicht vom Hochwasser betroffen, jedoch waren die Zufahrten vorrübergehend gesperrt, was die Belieferung erschwerte.
Seit 20 Jahren ist Sonja Schwiderrek, Geschäftsführerin von Mühlke Hair & Beauty in Bad Salzdetfurth und hatte durchaus schon drei bis vier Mal etwas Wasser in ihren Lagerräumen, die sich im Keller befinden. Dieses Mal traf es sie jedoch schlimmer, sodass sie den Friseursalon eine Woche schließen musste. In den Kellerräumen stand das Wasser bis zur Decke, was zur Folge hatte, dass die im Keller gelagerte Ware nicht mehr zu gebrauchen war. Im Salon, der erst vor drei Jahren komplett saniert wurde, stand das Wasser kniehoch. Zum heutigen Zeitpunkt läuft der Betrieb bereits wieder, jedoch muss viel in den Räumen erneuert und ersetzt werden.

Ist Ihr Handwerksbetrieb ebenfalls von den Überschwemmungen betroffen und möchten die Unterstützung und Beratungsleistungen der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachen in Anspruch nehmen? Information: Frank Hilmer, 05121 162-114, frank.hilmer@hwk-hildesheim.de .

Wir haben hier unter "Download" eine Ckeckliste für Sie zusammengestellt, die vom Hochwasser betroffenen Betrieben die ersten wichtigen Schritte aufzeigt!

Frank Hilmer

Betriebswirtschaftliche Beratung

Braunschweiger Straße 53
31134 Hildesheim
Tel. 05121 162114
Fax 05121 703432
frank.hilmer--at--hwk-hildesheim.de

Stefan Pietsch

Pressereferent

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