Regional und mit Geschmack: Malte Feldmann (li.) und Jan Pfeiffer bieten mit ihren Biersorten ehrliche Produkte zu fairen Preisen an.
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Regional und mit Geschmack: Malte Feldmann (li.) und Jan Pfeiffer bieten mit ihren Biersorten ehrliche Produkte zu fairen Preisen an.

Moderne Brautradition

Hildesheimer Braumanufaktur seit anderthalb Jahren erfolgreicher Bestandteil der regionalen Braukultur

Vor ziemlich genau anderthalb Jahren öffnete die Hildesheimer Braumanufaktur ihre Pforten. Die zwei Absolventen der Lebensmitteltechnologie, Jan Pfeiffer (30) und Malte Feldmann (31), haben sie gegründet.

Herr Pfeiffer, wie ist die Hildesheimer Braumanufaktur entstanden und welche Ziele hatten Sie?

Von einer eigenen Brauerei träumten Malte und ich schon während unseres gemeinsamen Studiums der Getränketechnologie. Es war aber nicht nur die Begeisterung für verschiedene Biersorten, sondern auch die Liebe zum kulinarischen Experiment. Ich habe schon immer gern gekocht und im Studium viel an der Herstellung von Fruchtweinen und Essigen gearbeitet. Uns war immer wichtig, ein ehrliches Produkt zu realistischen Preisen anzubieten. Nur Qualität setzt sich am Ende durch. Wir sehen uns als regionalen Bierversorger, der traditionelle Methoden mit moderner Technologie verbindet und damit vor allem gehobene Geschmackserlebnisse bietet.

 Wie steht es um die Bierkultur in Deutschland?

Deutschland hat einiges nachzuholen, wenn es um Vielfalt geht. Lange war das Pils so dominant, dass man kaum etwas anderes kannte. Wir reden bei unseren Produkten aber bewusst nicht von Craftbeer. Das liegt nicht daran, dass wir gegen diesen Trend sind – im Gegenteil – wir brauchen eine vielfältigere Braukultur in Deutschland und dazu trägt die Craftbeerbewegung bei. Sie steigert die Bekanntheit verschiedener Bierstile wie Pale Ale oder Rauchbier in Deutschland und das kann ich nur begrüßen. Es kommen dabei aber leider nicht nur hochwertige Biere zustande. Davon wollen wir uns abgrenzen. Qualität ist bei uns oberstes Gebot.

Was war Ihr Grund, schon ein Jahr nach der Existenzgründung mit Christopher Gieseke (27) einen Auszubildenden einzustellen?

Das war gar nicht geplant. Christopher kam nach einer Brauereiführung auf uns zu und hat uns angesprochen. Er wusste genau, was er wollte und hat uns zunächst überzeugt, ein Praktikum bei uns zu machen. Dann haben wir uns von der Handwerkskammer beraten lassen und ich habe den Ausbilderschein gemacht. Am Ende war es gar nicht so kompliziert. Auch als Arbeitgeber sind uns Menschlichkeit und Qualität wichtig.

Und was ist fürs nächste Jahr geplant?

Ideen haben wir viele. Leider gibt es in Hildesheim aktuell keinen Biergarten mehr. Wir haben auf dem Gelände des alten Wasserwerks in der Goslarschen Landstraße jede Menge Platz. Den wollen wir nutzen und vielleicht schon in der nächsten Saison einen eigenen Biergarten eröffnen. Auch in Zukunft werden wir Events mit Livemusik und regionalen Köstlichkeiten veranstalten. Wir haben ein gutes und nachhaltiges Netzwerk aus Betrieben hier in der Region. Natürlich werden wir auch unsere gut nachgefragten Brauseminare und Tastings im Jahr 2018 fortführen. Jeden Donnerstag findet in der Zeit von 15 bis 19 Uhr der Brauereiverkauf statt.