Konjunkturbericht für das 2. Quartal 2017

Handwerk auf Rekordjagd

Das Hildesheimer und Südniedersächsische Handwerk ist weiter auf der Rekordjagd. Der Geschäftsklimaindikator erreichte im zweiten Quartal 2017 mit 80 Punkten den bisher besten Wert. Damit verbesserte sich die Geschäftslage im Jahresvergleich um 7 Punkte und übertraf deutlich die Topwerte aus dem Vorjahr. Auch saisonbereinigt wurde mit 72 Punkten ebenfalls ein neuer Bestwert erreicht. Die Stimmung ist positiv. Die Handwerksunternehmen sind zuversichtlich über die weitere Entwicklung und blicken selbstbewusst und munter in die Zukunft. Der Umsatzindikator lag bei 66 von 100 möglichen Punkten. Im Jahresdurchschnitt verbleibt die Umsatzentwicklung auf einem stabilen hohen Niveau. Die Beschäftigung stieg per Saldo um 8 %. Der Beschäftigungszuwachs entspricht dem typischen saisonalen Muster, der aber diesmal überdurchschnittlich gut ausfällt. Insgesamt befindet sich die Beschäftigungsentwicklung im Jahresdurchschnitt seit 5 Jahren in einer robusten und stabilen Seitwärtsbewegung. Die Auslastung des Personals stieg auf 95 % und erzielte damit einen neuen Höchstwert. Dabei waren 61 % der Betriebe voll ausgelastet bzw. arbeiteten mit Überstunden. Die ansteigende Nachfrage nach den handwerklichen Leistungen ermöglichte den Betrieben höhere Preise am Markt durchzusetzen. Im Vergleich zum letzten Quartal beruhigten sich die Preise auf den Beschaffungsmärkten. Dies schuf eine günstige wirtschaftliche Situation für die Handwerksunternehmen. Die Auftragsbestände verzeichneten einen weiteren Anstieg und der Indikator erzielte einen neuen Spitzenwert. Dies deutet darauf hin, dass die Aufträge aktuell nicht ausreichend schnell mit vorhanden Arbeitskräften abgearbeitet werden konnten. Der Fachkräftemangel ist eine große Herausforderung, die das Handwerk lösen muss.

Das Bauhauptgewerbe erzielt eine neue Bestmarke. Die Geschäftslage ist außerordentlich positiv.

Das Ausbaugewerbe verbleibt auf einem sehr hohen Niveau und bleibt nach wie vor die Konjunkturlokomotive des Handwerks.

Die konjunkturelle Entwicklung bei den gewerblichen Dienstleistern, Zulieferern und Herstellern von Investitionsgütern ist auf gutem Niveau in eine stabile Seitwärtsbewegung übergegangen.

Das Kfz-Handwerk ist weiterhin in einer Aufwärtsbewegung, trotz der negativen Meldungen über die deutsche Automobilindustrie.

Die Konsumgüter- und Dienstleistungshandwerke konnten von der guten konjunkturellen Lage profitieren und gewinnen deutlich an Fahrt.

Die Stimmung im Lebensmittelhandwerk hellte sich deutlich zum Vorquartal auf. Ursächlich dafür sind die gestiegenen Umsätze.

Das Gesundheitshandwerk bleibt auf einem stabilen Niveau. Die Investitionsbereitschaft legte deutlich zu.

Die Regionalentwicklung verläuft im Jahresdurchschnitt in der Region Göttingen am besten. Die regionalen Unterschiede werden wieder kleiner und bleiben im Korridor der letzten Jahre. Die ungünstigste Entwicklung gab es in der Region Holzminden. Insgesamt nähern sich die Konjunkturen in den Regionen an. Keine Region verliert den wirtschaftlichen Anschluss.



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Reiner Strunk-Lissowski

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