Die Konkurrenz im Kampf um die besten Azubis steigt in den kommenden Jahren weiter an. Der Grund: Die Rückkehr zum Abitur nach 9 statt 8 Jahren.
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Die Konkurrenz im Kampf um die besten Azubis steigt in den kommenden Jahren weiter an. Der Grund: Die Rückkehr zum Abitur nach 9 statt 8 Jahren.

Kaum Azubis 2020

Ein hartes Jahr für Ausbildungsbetriebe: 2020 fehlt dem Ausbildungsmarkt in Niedersachsen nahezu ein ganzer Abiturjahrgang.

Es ist eine erfreuliche Entwicklung: Die Zahl der Abiturienten, die sich nach ihrem Abschluss für eine Ausbildung im Handwerk entscheiden, lag im Jahr 2006 noch bei knapp 5 %. Aktuell ist sie auf einem Stand von rund 13%.
Der Anstieg ist nicht zuletzt auf die kontinuierliche Beratungstätigkeit der Handwerkskammer und die bundesweite Imagekampagne des Deutschen Handwerks zurückzuführen. Diese signifikante Positiventwicklung könnte in zwei Jahren jedoch einen spürbaren Dämpfer erhalten.

Tausende potentielle Bewerber weniger
Die von der Landesregierung beschlossene Rückkehr zum Abitur nach 13 Schuljahren wird aller Erwartung nach empfindliche Auswirkungen auf den Ausbildungsmarkt haben. Tausende Absolventen der allgemeinbildenden Gymnasien werden in Niedersachsen in diesem Jahr weniger die Schule verlassen, lediglich an den Abendgymnasien und den Berufsbildenden Schulen werden Abiturprüfungen abgelegt werden. Zu den bei Abiturienten begehrtesten Ausbildungsberufen im Handwerk gehören unter anderem die Gesundheitshandwerke (Augenoptiker, Zahntechniker, Hörakustiker, Orthopädietechniker und Orthopädieschuhmacher), Bauberufe mit gestalterischen Anteilen wie Tischler oder Steinmetz und Steinbildhauer, Gewerke mit Computer- und IT-gestützten Anteilen wie Elektrotechniker und Kraftfahrzeugtechniker und die kaufmännischen Berufe im Handwerk.

Die Handwerkskammer arbeitet seit Jahren unablässig daran, noch mehr Abiturienten von den Vorzügen einer Karriere im Handwerk gegenüber der akademischen Laufbahn zu überzeugen. „In Anbetracht des ohnehin akuten Fachkräftebedarfs im Handwerk teilen wir die Ansicht, dass Unternehmen künftig und insbesondere mit Blick auf den stark minimierten Abiturjahrgang 2020 stärker um die begehrten Köpfe konkurrieren werden. Das Fehlen von Abiturienten in diesem Jahr trägt allerdings dazu bei, dass sich der Run auf die verbleibenden Schulabgänger verschärfen wird. Wir erwarten darüber hinaus auch für 2019 und 2021 verschärfte Konkurrenzbedingungen bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen, um die fehlenden Abiturienten zu kompensieren,“ betont Jürgen Garms, Geschäftsführer und Leiter der Abteilung Berufliche Bildung der Handwerkskammer.

Industrieunternehmen kündigen an, mehr Haupt- und Realschüler einzustellen
Insbesondere Branchen, die in den vergangenen ­Jahren vorzugsweise Abiturienten eingestellt haben (z.B. Industrieunternehmen und Banken), sind nach eigener Aussage hinsichtlich der veränderten Situation wieder stärker an Haupt- und Realschülern interessiert und drängen somit in den Bewerbermarkt, in dem das Handwerk die meisten Auszubildenden findet. Das kann die Suche nach Auszubildenden für Handwerksbetriebe zusätzlich erschweren.

Die Handwerkskammer empfiehlt daher allen Handwerksbetrieben rechtzeitig mit der Bewerbung und Besetzung offener Lehrstellen für das Ausbildungsjahr 2020 zu beginnen. Eine Möglichkeit besteht darin, die verfügbaren Ausbildungsplätze ab sofort kostenlos in die Online-Lehrstellenbörse der Handwerkskammer einzutragen und darüber hinaus Kontakt zu den Mitarbeitern aus dem Projekt „Passgenaue Besetzung“  aufzunehmen.
Die sogenannten Ausbildungsplatzmatcher der Kammer können schon heute nach potentiellen Kandidaten suchen, die 2020 eine Lehre im Handwerk beginnen möchten. Eine weitere Strategie, die Handwerksbetriebe in Betracht ziehen könnten, sieht vor, im kommenden Ausbildungsjahr 2019/20 mehr Ausbildungsplätze anzubieten und damit die Bewerberknappheit im darauffolgenden Jahr auszugleichen. Allerdings kündigen bereits heute große Unternehmen an, 2019 doppelt so viele Azubis einzustellen wie gewöhnlich. Auch hiermit könnte es also eng werden.

Zusätzliche Anreize schaffen

„Eine Möglichkeit besteht darin über zusätzliche Anreize nachzudenken. So können zum Beispiel Zuschüsse zum Führerschein, Diensthandys oder Dienstwagen, eine übertarifliche Ausbildungsvergütung aber vor allem eine attraktive und herausfordernde Arbeitsatmosphäre potentielle Bewerber für einen Einstieg ins Handwerk begeistern“, sagt Jürgen Garms. Nadine KornekW

 

Ihre Ausbildungsplatzmatcher:
Hildesheim, Holzminden und Osterode:
ole.trojak@hwk-hildesheim.de , 05121 162 123 oder bianca.haupt@hwk-hildesheim.de , 05121 162 138

Göttingen und Northeim:
thomas.maxellon@hwk-hildesheim.de , 0551 79774617

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Thomas Maxellon

Ausbildungsmatcher

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Tel. 0551 79774617
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thomas.maxellon--at--hwk-hildesheim.de

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Bianca Haupt

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31134 Hildesheim
Tel. 05121 162-138
Fax 05121 703432
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Ole Trojak

Ausbildungsmatcher

Braunschweiger Straße 53
31134 Hildesheim
Tel. 05121 162-123
Fax 05121 703432
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