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LHN

Handwerk macht EU-Politik

An der Seite von Europaministerin Birgit Honé setzten sich Hartmut Kahmann, Vizepräsident der Arbeitnehmer, und Simon Kreipe, Abteilungsleiter der Wirtschaftsförderung, für die Stellung des niedersächsischen Handwerks in der EU ein.

„Wir brauchen eine gezielte, unbürokratische Regionalförderung zur Stärkung der ländlichen Räume“, forderte Birgit Honé als Europaministerin des Landes Niedersachsen gemeinsam mit den Spitzenvertretern und -vertreterinnen der niedersächsischen Handwerkskammern in Brüssel.
Die Delegation des niedersächsischen Handwerks warb in Brüssel bei den EU-Institutionen für die Positionen des Handwerks zur nächsten EU-Förderperiode von 2021 – 2027. Ziel ist ein fondsübergreifendes Programm, welches die Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF), dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem Europäischen Fonds zur Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) gemeinsam verwaltet. Bereits frühzeitig hatte sich das Handwerk in Niedersachsen im Rahmen eines Positionspapiers und einer Resolution bei der Konzeption der EU-Förderperiode eingebracht.



„Es wird künftig noch viel wichtiger mit unseren Interessen und Forderungen direkt an die Landes- und Bundespolitik heranzutreten“, resümiert Vizepräsident Kahmann. Durch den EU-Austritt Großbritanniens würden nicht nur die Fördermittel weniger, künftig sollen Unternehmensförderungen von KMU voraussichtlich nur noch auf Innovationsvorhaben beschränkt werden. Somit würden unter anderem die für unsere oftmals ländlich geprägten und strukturschwachen Regionen so wichtigen Zuschussfördermöglichkeiten für Gründungen, Betriebsübernahmen, -erweiterungen und -modernisierungen keine Berücksichtigung mehr finden.



„Im Vergleich mit unseren europäischen Nachbarländern steht Deutschland bei den durch Brüssel festgelegten Auswahlkriterien zu gut dar“, so Kreipe. „Vergleicht man beispielsweise unsere Jugendarbeitslosigkeit mit der eines südeuropäischen Landes, so verschiebt sich die Definition von ‚strukturschwach‘ zu unseren Ungunsten hinsichtlich möglicher Förderungen durch die EU“. Dieses Vorgehen sei – darin ist sich die niedersächsische Delegation einig – völlig inakzeptabel. Niedrige Jugendarbeitslosigkeit sei ein Effekt des einzigartigen dualen Ausbildungssystems, die reellen Probleme strukturschwacher und ländlicher Regionen in Niedersachsen würden aber durch diesen Größenvergleich nicht abgebildet. Damit Niedersachsen weiterhin stark bleibt, dürfe die Förderung des Handwerks jetzt auf keinen Fall abreißen.

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Simon Kreipe

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