Handwerkskammer berät Eltern und Schüler: Elke (55) und Moritz Schwarz (21) sind ein gutes Team auf dem Weg zur beruflichen Zukunft.
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Handwerkskammer berät Eltern und Schüler: Elke (55) und Moritz Schwarz (21) sind ein gutes Team auf dem Weg zur beruflichen Zukunft.

Auf die Eltern kommt es an!

Im Handwerk kämpft niemand allein: Ausbildungsplatzmatcher beraten nicht nur Jugendliche sondern auch Eltern beim wichtigen Schritt in die Berufswelt.

Berufsorientierung kann ganz schön kräftezehrend sein und wird manchmal zur Geduldsprobe. Das können viele Jugendliche und Eltern bestätigen. Unsere Welt wird immer komplexer und damit unübersichtlich. „Mein Vater sagte damals zu mir: ‚Du machst eine Ausbildung zur Speditionskauffrau.‘ Daraufhin tat ich genau das. Da gab es keine Diskussion. Heute läuft die Suche nach der richtigen Berufsperspektive viel selbstbestimmter, oft aber auch weniger geradlinig,“ sagt Elke Schwarz. Sie und ihr Sohn Moritz haben einen steinigen Weg hinter sich, der Moritz letztlich zu einer Ausbildung als Orthopädieschuhmacher geführt hat. Heute ist er glücklich mit seiner Entscheidung und strahlt als er feststellt: „Es war eine riesen Erleichterung, als die Zusage für den Ausbildungsplatz kam. Bei der praktischen Arbeit im Betrieb muss ich mir jeden Tag aufs Neue überlegen, wie ich die Aufgaben umsetze, die mein Ausbilder mir stellt.“ Dass es nach dem mühsam erarbeiteten Fachabitur erst einmal nicht an die Uni gehen sollte, war Mutter und Sohn schnell klar. Moritz tat sich schwer mit Inhalten, die ihn nicht interessierten und das spiegelte sich auch in seinen Noten wider.

Information beseitigt Unsicherheiten
Eine Belastung war die Ungewissheit für beide. Elke Schwarz machte sich Sorgen, dass die Zeit für den nächsten Schritt nach der Schule langsam knapp wurde und Moritz lief von einer Beratungsstelle zur nächsten. Da Familie Schwarz eine optometrische Praxis betreibt und damit selbst aus dem Handwerk kommt, kam Elke Schwarz auf die Idee bei der Handwerkskammer nachzufragen. Gesagt getan – Moritz traf Ole Trojak, seines Zeichens Ausbildungsplatzmatcher der Handwerkskammer und zuständig für die Passgenaue Besetzung*. Mit Hilfe individueller Beratung und eines speziell entwickelten Berufswahltests stieß er auf den Beruf des Orthopädieschuhmachers. „Die konkreten Vorschläge haben sehr geholfen. Zunächst wusste ich nicht, wie die Arbeit im Betrieb abläuft. Dann habe ich ein Praktikum gemacht und schon nach einem Tag hat mich die Begeisterung überzeugt, die der Orthopädieschuhmachermeister Bernd Wand für sein Handwerk aufbringt.“ Bei der Fähigkeit seinen angehenden Azubi zu motivieren, war die angebotene übertarifliche Bezahlung beinahe Nebensache. Aber beides helfe, eine Ausbildung im Handwerk für junge Leute attraktiv zu machen, betont Elke Schwarz. Viel zu viele Jugendliche quälen sich heute durchs Abitur und fangen halbherzig ein Studium an, weil der gesellschaftliche Druck noch immer dahin drängt. „Wir sind froh und stolz darauf, dass Moritz seinen Weg ins Handwerk gefunden hat.“

Eltern sind wichtige Stütze bei Berufsorientierung
Die Beobachtungen von Elke Schwarz bestätigt auch Ole Trojak. Der Berufsberater für Ausbildung im Handwerk stellt immer wieder fest: „Es muss ein Umdenken bei den Eltern und Lehrern stattfinden. Vor allem Gymnasiallehrer sind allzu oft auf ein anschließendes Studium ihrer Schüler fixiert und lassen dadurch wertvolle Alternativen außer Acht. Die Berufswelt ist heute so vielfältig und oftmals kurvenreich. Eltern sind dabei eine wichtige Stütze, doch auch für sie gibt es verständlicherweise häufig Orientierungsbedarf. Wir freuen uns über das große Interesse von Eltern, ihre Kinder bei diesem wichtigen Schritt im Leben zu unterstützen und bieten auch für sie Beratungen an.“

Ein Studium schließe Moritz langfristig gar nicht aus, aber es müsse etwas sein, dass ihn wirklich begeistert. Prothetik als eine Spezialisierung der Orthopädietechnik vielleicht. Aber erstmal wolle er nach der Ausbildung seinen Meister machen und eine Weile Erfahrung im Beruf sammeln. „Das ist gerade der richtige Weg für mich,“ so Schwarz.

* Das Programm „Passgenaue Besetzung - Unterstützung von KMU bei der passgenauen Besetzung von Ausbildungsplätzen sowie bei der Integration von ausländischen Fachkräften“ wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und den Europäischen Sozialfonds gefördert.



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Ole Trojak

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Bianca Haupt

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