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11.000 Meisterprüflinge in 35 Jahren

Marlen Malten, die Grand Dame des Hildesheimer Prüfungswesens, verabschiedet sich im März 2019 in den Ruhestand und übergibt den Staffelstab an Bastian Körber.

Angefangen hat für Marlen Malten alles 1974 in der Telefonzentrale der Handwerkskammer. „Diese Tätigkeit hat mir unglaublich viel gebracht, da ich über die täglichen Telefonate wichtige Kontakte zum Ehrenamt knüpfen konnte und auch sonst Gott und die Welt kennengelernt habe“, erinnert sich die gelernte Bürokauffrau. Nach einigen Jahren in der Lehrlingsrolle und einer berufsbegleitenden Fortbildung zur Betriebswirtin (VWA), erhielt Malten eine Stelle im hoheitlichen Prüfungswesen der Kammer. Das war 1985 –heute, fünf Präsidenten und fünf Hauptgeschäftsführer später, hat die Leidenschaft für ihren Beruf kein Stück nachgelassen.

Ganz gleich ob Ehrenamt oder Prüfling – an Marlen Malten kam kaum jemand vorbei.
„Ich hätte mir auch vorstellen können, die Meisterteile III und IV im Berufsbildungszentrum zu unterrichten. Letztendlich habe ich im Kern der handwerklichen Selbstverwaltung meine Berufung gefunden, das heißt in der Organisation von Meisterprüfungen, der Betreuung des Ehrenamtes und unserer Prüflinge“, so Malten. In den annähernd 35 Jahren im Prüfungswesen hat sie so manchen Meisterschüler ins Berufsleben begleitet: „Im Grunde kennen mich fast alle. 11.000 Meisterprüflinge in 35 Jahren. Hinzu kommen die zahlreichen Fortbildungsprüfungen und die kaufmännischen Gesellenprüfungen.“
Für sie habe die vom Staat übertragene Durchführung der Prüfungen im Handwerk viel mit Verantwortung und gewissenhafter Arbeit zu tun. Schließlich gehe es um die berufliche Zukunft des handwerklichen Nachwuchses, um Qualität handwerklicher Leistungen und in letzter Konsequenz auch um Verbraucherschutz. „Dies ist ohne die ehrenamtlichen Prüfungsausschüsse nicht möglich. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um mich für die langjährige gute Zusammenarbeit mit unseren Prüfer*innen herzlich zu bedanken“, sagt sie.

Reibungsloser Übergang in gewohnter Qualität und mit neuen Impulsen
Ab April 2019 übergibt Malten ihren Bereich an Bastian Körber (32) und damit in „gute Hände“, wie sie sagt. Der studierte Wolfenbütteler Jurist kommt aus einer Handwerkerfamilie und hat seine ersten beruflichen Erfahrungen im Verwaltungsrecht und Anerkennungsrecht gesammelt. „Die Übergabe der Geschäfte verläuft reibungslos. Ich freue mich auf die vielfältigen Herausforderungen wie zum Beispiel veränderte Prüfungsordnungen, neue Handwerksberufe, die Neubesetzung der Prüfungsausschüsse und die Digitalisierung des Prüfungswesens“, erklärt Körber.  Schließlich ginge es darum, den Absolventen eine gewohnt qualitativ anspruchsvolle Prüfung, kompetente Prüfer*innen und einen fairen Ablauf zu garantieren.

Ehrenamt: eine Ehre, dass man diese Aufgabe übernehmen darf
Auch bei der 2019 stattfindenden Neubesetzung der Meisterprüfungsausschüsse ist viel Bewegung drin. „Viele Interessenten kommen aus den eigenen Reihen, sie haben also ihren Meistertitel bei uns gemacht. Das zeigt doch, dass unsere langjährigen Prüfer*innen eine echte Vorbildfunktion haben und neue Ehrenämtler mit ihrer Arbeit und ihrer menschlichen und fachlich kompetenten Art inspirieren“, freut sich Bastian Körber. „Es ist charakteristisch für das Handwerk“, so Malten ergänzend, „dass Neues und Tradition immer zusammenstehen. Wir sind modern, ganze Berufsbilder werden sich verändern und trotzdem endet jede Meisterehrung und Freisprechung mit den Worten ‚Gott schütze das ehrbare Handwerk‘. Für mich ist das auch nach all den Jahren immer ein Moment mit Gänsehaut und dann sage ich mir selbst: ‚Marlen, du hast dich für den absolut richtigen Beruf entschieden‘“.

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Stefan Pietsch

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