Unser Macke in Zahlen
Fünf Jahre und 5000 Betriebsbesuche später hat es Walter Macke geschafft! Einmal hat er alle Betriebe, die als Ausbildungsbetriebe bei der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen verzeichnet sind, besucht. Walter Macke ist 53 Jahre alt und inzwischen seit fünf Jahren mit dem Projekt „Ausbildungspakt“ (gefördert durch den EU-Sozialfond des Landes Niedersachsen) für die Handwerkskammer tätig. Als Fleischermeister, vor vielen Jahren noch selbstständig gewesen, hat er einen guten Draht zu Betriebsinhabern, kennt deren Probleme, die Herausforderungen des Handwerks und weiß, wo der Schuh drücken kann. Meist steht er unangemeldet vor der Tür und hofft, jemanden anzutreffen. „Manchmal bleibe ich zwei Stunden, manchmal fünf Minuten. Das hängt ganz davon ab, wie viel Zeit sich die Betriebsinhaber nehmen“, erklärt er. Sein oberstes Ziel ist die Akquise von Ausbildungsplätzen oder sogenannten EQ-Plätzen (Einstiegsqualifizierung Jugendlicher).
Bei seinen Reisen durch den Kammerbezirk ist er immer auch als Vermittler für das Leistungsangebot der Kammer unterwegs. Dabei geht das Engagement oft über die eigentliche Beratung hinaus. „Wenn ich merke, es gibt ein Problem, dann höre ich zu. Vielleicht kann ich nicht direkt helfen, aber manchmal genügt es schon, für die Sorgen der Handwerker offen zu sein. Und wer weiß: Vielleicht gibt es ja doch eine Lösung und ein Kollege in der Kammer kann helfen.“ Als „Kummerkasten“, so weiß Macke, ist er an den Handwerkern dran. Er kennt sie alle und das macht ihn auch auf eine gewisse Art stolz. Obwohl seine Besuche nicht nur zur Freude gereichen. Handwerksbetriebe stehen den Beratungsangeboten der Handwerkskammern auch kritisch gegenüber. Sie fragen: Was tut ihr eigentlich für mich? „Ich kann nur sagen: Viele Angebote werden von den Betrieben nicht wahrgenommen“, so Macke. „Umso genauer die Betriebe ihre Bedürfnisse in Sachen Ausbildung artikulieren, umso besser die Hilfestellung und Auswahl der Azubis.“ Das erfordert aber auch eine frühzeitige Ausschreibung in den Lehrstellen- und Praktikumsbörsen. Das können Betriebe selbst in die Hand nehmen und es funktioniert inzwischen sehr gut. Mackes Dienste sind für die Betriebe kostenfrei. Als Mitarbeiter der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen ist er für die Datenbankpflege zuständig, informiert Betriebe über das Ausbildungsverfahren und liefert ein sogenanntes Starterpaket rund um das Thema Erstausbildung. Er betreut den gesamten Ablauf: Vom ersten Kontakt bis zum fertigen Ausbildungsvertrag ist er an der Seite der Betriebe und gibt ihnen das nötige Rüstzeug mit auf den Weg.
Sich in Zeiten des demografischen Wandels um seinen Nachwuchs zu kümmern, das kann Macke den Inhabern leider nicht abnehmen. „Ausbildung ist und bleibt Chefsache“, betont der 53jährige Fleischermeister. „Da steckt viel Mühe und Organisation dahinter. Das können wir den Betrieben nicht ersparen. Aber wir können sie unterstützen und mit gezielten Informationen unnötige Wege und zusätzlichen Stress vermeiden.“ Macke ist bei den Betrieben gern gesehen. Auf die Frage, ob er bei seinen Besuchen auch zupacken würde antwortet er: „Bei der Rotwurst ja!“