Fußball-Bundesliga: Handwerk bringt Stadien in Top-Form
Am 20. August ist Anpfiff für die neue Saison in der Fußball-Bundesliga. Während die Fußballprofis im Training noch an ihrer Höchstform arbeiten, verpassen Handwerker den Stadien den letzten Schliff.
Berlin, 17. August 2010 - Dachdecker, Betonbauer, Anlagenmechaniker und Elektroniker – das waren in der Fußball-Sommerpause die Spielmacher in den Bundesligastadien. Diese und viele weitere Handwerker haben in den vergangenen Wochen vollen Einsatz gezeigt. Und während sich die Spieler langsam warmlaufen setzen die Handwerker zum Endspurt an, damit hunderttausende Fans ab dem 20. August wieder den Sport genießen können. Neben den üblichen Reparaturarbeiten haben einige Vereine die Sommerpause genutzt, um ihre Spielstätten auszubauen und auf den neuesten Stand der Technik zu bringen: der VfB Stuttgart, der FC St. Pauli und Werder Bremen zum Beispiel.
Die Mercedes-Benz-Arena in Stuttgart wird künftig statt knapp 56.000 Zuschauern mehr als 60.000 Fußballfans Platz bieten. Dazu legen die Handwerker die Tribünen tiefer und rücken sie näher ans Spielfeld. Zum ersten Heimspiel gegen Borussia Dortmund am 29. August soll die neue Untertürkheimer Kurve fertig sein. Die Cannstatter Kurve ist im nächsten Jahr an der Reihe. Insgesamt werden bei den umfangreichen Arbeiten 720 Tribünenfertigteile, 900 Kubikmeter Beton und 1.500 Tonnen Stahl verarbeitet.
Auch das Millerntor-Stadion von Aufsteiger FC St. Pauli in Hamburg wird vergrößert. Bis zum Saisonstart leisten die Handwerker an der neuen Haupttribüne ganze Arbeit. Zuletzt erhielt die Außenfassade ein hochmodernes Wärmedämmverbundsystem. Im Inneren wurden Heizungsrohre, Lüftungsschächte und Sprinkleranlagen verlegt, beziehungsweise neu installiert.
Das Bremer Weserstadion wird zum Sonnenkraftwerk
In Bremen finden am Weserstadion schon seit 2008 umfangreiche Modernisierungsarbeiten statt – unter anderem am Dach. Durch eine Dachvergrößerung sollen mehr Fans auch bei schlechtem Wetter einen trockenen Sitzplatz haben. Und bei guter Witterung wird das Weserstadion künftig zum Sonnenkraftwerk. Fassade und Dach werden mit Photovoltaik-Modulen ausgekleidet, die sowohl der Abdichtung als auch der Energiegewinnung dienen.
Wenn die Handwerker eines der größten Solarprojekte Deutschlands verwirklicht haben, werden die Photovoltaik-Module eine Fläche von rund 18.000 Quadratmetern bedecken. Das entspricht ungefähr der Größe von zwei Fußballfeldern. 2011 soll die Anlage in Betrieb genommen werden und dann jährlich circa 750.000 Kilowattstunden Strom erzeugen. Dadurch können mehr als 400 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Bis dahin müssen die beteiligten Handwerksbetriebe aber noch eine große logistische Herausforderung meistern. Denn der Spielbetrieb darf durch die Arbeiten nicht beeinträchtigt werden.
Ob in Bremen, Hamburg oder Stuttgart – die Bauarbeiten in den Spielpausen sorgen dafür, dass die deutschen Stadien in Top-Form sind. Nach den Handwerkern sind nun wieder die Fußballer gefragt, Höchstleistungen zu bringen.
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