Lehrling des Monats April 2008

Lehrling des Monats April 2008

 
Merkmal: Energie und Durchsetzungskraft
Jasmin Blume überzeugt in der Harzer Landbäckerei Friehe mit ihrer positiven Einstellung.

"Schon im Bewerbungsgespräch hat alles gepasst", erinnert sich Bäckermeister Joachim Friehe.  Jetzt steht Jasmin Blume kurz vor der Prüfung zur Bäckereifachverkäuferin. Und wenn sie die absolviert hat, wird sie im Betrieb im Sommer den Aufgabenbereich der Chefverkäuferin übernehmen. In diesen arbeitet sie sich seit Beginn des Jahres ein. Sie setze sich seit dem Ausbildungsstart vorbildlich für den Betrieb ein, sei sehr engagiert und interessiert, urteilt Friehe. „Mich beeindruckt die Energie und Durchsetzungskraft, die Jasmin ausstrahlt." Dies und die guten Leistungen der 24-Jährigen gaben den Ausschlag für ihre Auszeichnung zum Lehrling des Monats April - der Aktion, mit der die Handwerkskammer bemerkenswerte Ausbildungsleistungen würdigt. Zum Gratulieren und um sich über die Ausbildung bei Friehe zu informieren, besuchten Handwerkskammerpräsident Jürgen Herbst und Geschäftsführer Jürgen Garms den Betrieb in Hörden.
Friehe führt die Bäckerei, die immer Auszubildende hatte, in vierter Generation. Seit 1999 ist er der Chef und hat seine Vorstellungen von intensiver Ausbildung und eigenständigem Arbeiten umgesetzt (siehe Rubrik nebenan).  Aktuell hat der Betrieb mit rund 20 Beschäftigten fünf Lehrlinge - Bäcker und Fachverkäuferinnen. Neben dem Standort in Hörden gibt es drei Filialen. „Wenn die Leistung stimmt und Positionen frei sind, übernehmen wir unsere Auszubildenden gern, denn die sind bestens eingearbeitet", weiß er den Wert eigener Ausbildung zu schätzen. An seine Bäckerkollegen appelliert er deshalb auch mehr auszubilden: „Wo soll sonst der Nachwuchs herkommen?" 

Der Betrieb: Harzer Landbäckerei Friehe
Bevor bei Bäckermeister Friehe ein Ausbildungsvertrag unterschrieben wird, absolvieren Interessenten ein Praktikum von wenigstens zwei Wochen. Das sei auch eine Chance für die Jugendlichen, um die Entscheidung für den Beruf prüfen zu können. Mit den Bäckerlehrlingen ließen sich viele Fragen in der Backstube klären. Mit den Verkäuferinnen gibt es alle vier Wochen eine Zusammenkunft in der Freizeit, bei der über die Arbeit diskutiert wird, aber auch Verkaufsgespräche trainiert werden. Hier können und sollen auch die Auszubildenden ihre Meinung sagen, denn so Friehe: „Es geht um unsere gemeinsame Leistung." Einmal jährlich würde eine externe Schulung für alle Verkäuferinnen im Haus organisiert. Friehe weiß es zu schätzen, dass seine Leute durch zusätzliche Arbeit auch das soziale Engagement des Betriebes mittragen, das er und seine Frau seit drei Jahren am Leben halten. Aus dem Rekordversuch mit 12.000 verkauften Portionen aus einem 60qm großen Zuckerkuchen zugunsten der S.O.S.-Kinderdörfer ist eine permanente Aktion geworden. Inzwischen haben der Bäckermeister und seine Frau Kontakt zu einer Einrichtung, die sie bereits viermal mit gesammelten Fahrrädern, Spielzeug und Kleidung im Gepäck besucht haben. „Da wissen wir, wo die Spenden hingehen."
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