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Konjunktur bekommt Bremseffekt zu spüren

Hildesheim, 22. November 2007 - Die Wachstumseuphorie im Handwerk ist verflogen. Nach der überhitzten Konjunktur im Vorjahr (Vorziehkäufe durch die Umsatzsteuererhöhung, mehr Bauaufträge aufgrund der entfallenden Eigenheimzulage) mussten die konsumnahen Handwerke im 3. Quartal des Jahres erhebliche Umsatzrückgänge hinnehmen. Die Betriebe des Bauhauptgewerbes mussten sich mit einer deutlich nachlassenden Baunachfrage arrangieren. Gleichwohl bewegen sich die Betriebe im Bezirk der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen mit ihrer Einschätzung für die Geschäftslage auf einem im Durchschnitt befriedigendem Niveau. Das ist das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der Handwerkskammer.
Nach Jahren der unterdurchschnittlichen wirtschaftlichen Entwicklung bleibt trotz der Bremseffekte die Hoffnung auf einen nachhaltigen Aufschwung bestehen. Die mittlerweile zurückgenommenen Prognosen für das volkswirtschaftliche Wachstum führen zur anhaltenden Konsumzurückhaltung im Privatsektor. Es wird wieder mehr gespart. Die gestiegenen Energiepreise und das steigende Preisniveau in großen Produktgruppen wie Nahrungsmittel trübten die positiven Erwartungen. „Insbesondere die kleineren Handwerksbetriebe mit bis zu zehn Beschäftigten wiesen eine ungünstige konjunkturelle Situation auf", stellte Jürgen Herbst, Präsident der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen, fest „Die größeren Handwerksbetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten verzeichneten Umsatzwachstum und Beschäftigungszuwachs. Sie haben positive Erwartungen." Die Analyse der Handwerkskammer kommt zu dem Schluss, dass derzeit kein flächendeckender Pessimismus zu erkennen ist: Beschäftigung und Investitionstätigkeit bewegen sich auf einem nahezu stabilen Entwicklungspfad, die betriebliche Auslastung liegt über dem langfristigen Durchschnitt.

Die Entwicklung in den einzelnen Branchen:
Im Bauhauptgewerbe verlief die Konjunktur leicht unterdurchschnittlich. Bei der Befragung überwogen Betriebe mit einer sinkenden Bautätigkeit. Hauptgrund ist ein sehr deutlicher Rückgang im Marktsegment des privaten Wohnungsbaus, in dem das handwerkliche Baugewerbe stark vertreten ist. Der Ausbaubereich ist von dieser Entwicklung nicht betroffen. Investitionen in Substanzerhaltung, insbesondere  energetische Sanierungen, sorgen in dieser Branche für eine deutlich überdurchschnittliche Entwicklung. Allerdings profitieren nicht alle Gewerke gleichmäßig.
Trotz sich leicht abkühlender Konjunktur boomt das Investitionsgüterhandwerk, sämtliche Indikatoren sind auf Wachstum ausgerichtet. Dies zeigt, dass insbesondere die Investitionsgüter- und Exportnachfrage das Wachstum dieser Branche trägt.
Schlecht verlief die aktuelle Konjunktur für das Kfz-Handwerk. Das Neuwagengeschäft ging deutlich zurück und auch im Servicebereich ist eine Zurückhaltung der Kundschaft zu beobachten.
Die Situation für die Konsumgüter- und Dienstleistungshandwerke bleibt schwierig. Handwerksbetriebe dieser Branche bieten einkommenssensible Leistungen an, die sehr stark von Eintrübungen des Konsumklimas betroffen sind. Zu nennen ist insbesondere das Friseurhandwerk.
Weiter auf Konsolidierungskurs befindet sich das Nahrungsmittelhandwerk (Bäcker, Fleischer, Konditoren). Derzeit wird die befriedigende bis günstige Konjunktur vom Bäckerhandwerk getragen. Annähernd zufrieden stellend lautet die Einschätzung des Fleischerhandwerks.
Die Gesundheitshandwerke sind weiter auf Erholungskurs. Noch bewerten die Betriebe die aktuelle Geschäftslage als weit unterdurchschnittlich. Nach wie vor bestehen Unsicherheiten hinsichtlich der gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen. Sie lassen verlässliche Planungen der Betriebe kaum zu.

Regional konnten sich diesmal das Northeimer und Holzmindener Handwerk positiv absetzen. Das Osteroder Handwerk verlor deutlich an Boden. Die konjunkturelle Entwicklung in der Region Hildesheim verlief durchschnittlich, in der Region Göttingen waren ebenfalls kaum Abweichungen vom Durchschnitt zu beobachten.


Ansprechpartnerin für die Medien:
Birgit Sudhoff
Konjunkturbericht 3. Quartal 2007  PDF-Datei [240kB]
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