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Vollversammlung Juni 2007

Vollversammlung - Großteil der Betriebe ist zufrieden

Hildesheim, 13. Juni 2007 - Rund 80 Prozent ihrer Mitgliedsbetriebe sind mit den Angeboten und Leistungen der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen zufrieden oder sehr zufrieden. Die einzelnen Angebote und Leistungen sind für durchschnittlich 70 Prozent der Mitglieder ein Begriff und haben damit einen hohen Bekanntheitsgrad. Das sind wichtige Ergebnisse der Mitgliederbefragung 2006, die die Pressereferentin der Handwerkskammer, Birgit Sudhoff, anlässlich der Frühjahrsvollversammlung vorstellte. Für die Umfrage waren rund 10 Prozent der Mitgliedsbetriebe angeschrieben worden. Als Fazit, auch aus den Kritikpunkten, steht die Handwerkskammer vor der Aufgabe, den Praxisbezug in ihren Angeboten weiter zu steigern und mehr Informationsveranstaltungen anzubieten. „Gewünscht ist die direkte Ansprache. Deshalb wird es Ziel sein, eine größere Nähe zu den Mitgliedern herzustellen“, fasste Sudhoff zusammen. Die Handwerkskammer wird ihre Mitglieder nun alle zwei Jahre befragen, um die Qualität ihrer Leistungen weiterzuentwickeln und eine Rückmeldung über umgesetzte Verbesserungsmaßnahmen zu erhalten.
 
Die konjunkturelle Entwicklung, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Fragen der beruflichen Bildung standen im Mittelpunkt des Berichtes von Präsident Jürgen Herbst.  Herbst ließ wissen, dass die Zukunft des dualen Systems die Aktivitäten der Handwerkskammer in den kommenden Monaten aktiv mit bestimmen werde. Ab 2009 stelle der Gesetzgeber die Anrechnung schulischer Vorbildung in das Ermessen von Betrieb und Auszubildenden. Damit wären Berufsgrundbildungsjahre nicht mehr verpflichtend. Dies wolle das Niedersächsische Kultusministerium für maßgebliche Änderungen der beruflichen Bildungswege nutzen. Die vollzeitschulische Ausbildung solle dann eine größere Rolle spielen. „Wir sind der Ansicht, dass bei allen Reformvorhaben grundsätzlich die betriebsnahe Ausbildung das wichtigste Ziel sein muss, weil nur sie den jungen Menschen einen verlässliche Chance auf Integration ins Erwerbsleben eröffnet“, betonte Herbst.
Der Präsident ging auch auf den Erfolg des Sonderprogrammes „Einstiegsqualifizierung Jugendlicher“ ein. Mit den durch die Arbeitsagenturen geförderten betrieblichen Langzeitpraktika für schwer vermittelbare Jugendliche, hätten seit Beginn des Programmes rund 60 Prozent der Geförderten im Bezirk der Handwerkskammer den Einstieg in eine reguläre betriebliche Ausbildung geschafft. Herbst sprach sich ferner gegen die dauerhafte Einführung eines „Dritten Arbeitsmarktes“ als Mittel gegen die Langzeitarbeitslosigkeit aus. „Damit wird reguläre Arbeit verdrängt und es werden neue sozialversicherungspflichtige Anstellungen verhindert.“ Wichtiger sei es, durch innovative Bildungspolitik Voraussetzungen zu schaffen, damit nicht immer neue Menschen in die Problemgruppe „nicht vermittelbar“ fielen.
 
Die Mitglieder der Vollversammlung stimmten zahlreichen Änderungen zu, die den Bereich der beruflichen Bildung betreffen. Zukünftig werden sich die Gesellenprüfungs- und Abschlussprüfungsverfahren des Kammerbezirks nach einer bundesweit einheitlichen rechtlichen Grundlage richten. Auslöser für den Umstellungsprozess waren die rechtlichen Änderungen des Berufsbildungsgesetzes und der Handwerksordnung im Jahr 2004/2005.
Mit dem Erlass besonderer Rechtsvorschriften für die Fortbildungsprüfung zur „Fachkraft für Solartechnik (HwK)“ hat die Handwerkskammer die Voraussetzungen geschaffen, Beschäftigten des Handwerks im wachsenden Markt der regenerativen Energien zukünftig eine spezielle Qualifizierungsmöglichkeit anbieten zu können. Die Vollversammlung beschloss ferner über neue Lehrgänge für die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung für unterschiedliche Ausbildungsberufe. Sie betreffen die karosseriespezifischen Ausbildungsberufe und das Friseurhandwerk.

Die Vollversammlung stimmte schließlich der Entlastung des Vorstandes und der Geschäftsführung für die Jahresrechnung 2006 zu. Die Handwerkskammer schloss ihre Jahresrechnung mit einem Volumen von 11.427.000 Euro ab. Im Jahr 2006 wurden Investitionen in Höhe von 685.000 Euro durchgeführt, die im Wesentlichen der fortlaufenden Modernisierung des Berufsbildungszentrums dienten. Der Anteil der Handwerkskammerbeiträge zum Gesamthaushalt macht 24 Prozent aus.


Ansprechpartnerin für die Medien:
Birgit Sudhoff


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