Konjunktur: Handwerk bleibt auf Erholungskurs
Hildesheim, 25. Mai 2007 - Die Aufschwungkräfte im Hildesheimer und Südniedersächsischen Handwerk gewinnen an Breite und Stärke. Bis auf das Kfz-Handwerk konnten sich alle Branchen gegenüber dem Vorjahresquartal verbessern. Im Vergleich zum Vorquartal verbesserte sich saisonbereinigt ebenfalls für fast alle Branchen das Geschäftsklima. Im Kfz-Handwerk gab es eine stabile Entwicklung. Der Geschäftsklimaindex erreichte 50 (Vorquartal: 60) Punkte und übertraf den Vorjahreswert um 13 Punkte. Für ein erstes Quartal wurde der beste Indexwert seit 12 Jahren erreicht. „Die starke und nachhaltige Belebung der wirtschaftlichen Aktivität im Handwerk wird sich positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken. Die betrieblichen Kapazitäten sind wieder gut ausgelastet, es wird wieder stärker investiert, der Beschäftigungsrückgang ist im Handwerksdurchschnitt zum Stillstand gekommen und in einzelnen Branchen wird wieder eingestellt.“ So fasste Jürgen Herbst, Präsident der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen, die wirtschaftliche Situation im Kammerbezirk zusammen. Die Umsatzsteuererhöhung wirkte sich insbesondere im Kfz-Handwerk in Form der durch Vorziehkäufe entstandenen Nachfragelücke zu Jahresbeginn ungünstig aus. Die Erwartungen hinsichtlich der weiteren Entwicklung bleiben im saisonüblichen Rahmen.
In den einzelnen Branchen zeigten sich folgende Entwicklungen:
Im Jahresdurchschnitt bleibt das Bauhandwerk auf Wachstumskurs. Die saisonale Abkühlung zu Jahresbeginn fiel gering aus. Der Geschäftsklimaindex erreichte mit 49 Punkten einen seiner besten Erstquartals-Werte und übertraf den Vorjahreswert um 20 Punkte. Die weitere Entwicklung wird günstig eingeschätzt.
Im Ausbaugewerbe verlief die Entwicklung ähnlich. Das Geschäftsklima wurde mit 50 (Vorjahr: 35) Punkten bewertet. Allerdings fiel der saisonale Rückgang der Bautätigkeit deutlich aus. Dies ist ein Indiz für eine zurückhaltende Nachfrage auf Grund der Umsatzsteuererhöhung. Saisonal üblich wird eine Verbesserung der Lage gesehen.
Die wirtschaftliche Aktivität im Investitionsgüterhandwerk bewegt sich nach wie vor auf hohem Niveau. Im Jahresdurchschnitt stieg der Geschäftsklimaindex auf ein neues Allzeithoch. Die Beschäftigung steigt: Im achten Quartal in Folge überwiegen anteilig Betriebe mit Neueinstellungen. Die wirtschaftliche Dynamik wird in den Folgemonaten nach Ansicht der Betriebe anhalten.
Negativ betroffen von der Umsatzsteuererhöhung war das Kfz-Handwerk. 2006 wurden erhebliche Vorziehkäufe getätigt. Die Umsatzlücke zu Jahresbeginn trat dann wie erwartet ein. Nur rund ein Drittel der befragten Betriebe konnte die erhöhte Umsatzsteuer, zumindest teilweise, auf die Preise überwälzen. In den kommenden Monaten wird sich die Nachfrage wieder deutlich beleben.
Bei den Konsumgüter- und Dienstleistungshandwerken verbesserte sich die Stimmung leicht, blieb aber jahresdurchschnittlich noch im ungünstigen Bereich. Aktuell erreichte der Geschäftsklimaindex 52 (Vorjahr: 35) Punkte. Die Umsätze gingen aus saisonalen und umsatzsteuerbedingten Gründen zurück. Im Jahresdurchschnitt sind die Umsätze noch sinkend.
Das Nahrungsmittelhandwerk befindet sich weiter auf Erholungskurs. Der Geschäftsklimaindex erreichte 55 (Vorjahr: 42) Punkte. Letztmalig wurde für ein erstes Quartal 1993 eine ähnlich gute Einschätzung der Geschäftslage vorgenommen. Im Jahresdurchschnitt sind die Umsätze wachsend. Die Einschätzung der weiteren Entwicklung ist positiv.
Weiterhin auf der Schattenseite der Konjunktur steht das Gesundheitshandwerk. Ausgehend von einer sehr ungünstigen Lage verbessert sich die Geschäftslage. Im Vier-Quartals-Durchschnitt weist diese Branche die mit Abstand ungünstigste Situation auf. Die weitere Entwicklung wird verhalten optimistisch gesehen.
Überdurchschnittlich verlief die konjunkturelle Entwicklung in den Landkreisen Hildesheim und Northeim. Deutlich ungünstiger war die Situation der Betriebe im Landkreis Holzminden. Im Jahresdurchschnitt verbesserte sich die Situation in allen Teilregionen des Kammerbezirks. Die Analysen zeigen, dass sich die wirtschaftliche Lage der Betriebe in den Landkreisen nicht auseinander entwickelt. Die Bandbreite der jeweiligen Indikatoren ist relativ gering. Die größeren Betriebe beurteilten Ihre Geschäftslage besser als die kleineren Betriebe und wiesen insbesondere bei der Produktions- und Umsatzentwicklung einen deutlichen Vorsprung auf.
Ansprechpartnerin für die Medien:
Birgit Sudhoff